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Staatskasse profitiert von braver Jugend

2016 kamen in Zürich so wenige Minderjährige in Konflikt mit dem Gesetz wie erst einmal in den letzten zehn Jahren. Das entlastet die Kantonsfinanzen.

Der Kanton gibt nur noch 17,4 Millionen Franken für solche Massnahmen aus: Straffällig gewordene Knaben in einem deutschen Jugendheim.
Der Kanton gibt nur noch 17,4 Millionen Franken für solche Massnahmen aus: Straffällig gewordene Knaben in einem deutschen Jugendheim.
Michael Latz, Keystone

Die Jugendkriminalität im Kanton Zürich ist im vergangenen Jahr auf tiefem Niveau geblieben. Die Jugendanwaltschaft führte gegen 4670 Jugendliche ein Strafverfahren, das sind vier weniger als im Jahr davor. 514 Jugendliche mussten sich wegen Gewalt verantworten, das sind 15 mehr als 2015, wie aus den heute Donnerstag publizierten Zahlen des Kantons hervorgeht.

Alarmiert sind die Behörden wegen dieser leichten Zunahme aber nicht. Die Jugendgewalt befinde sich trotz leichtem Plus auf dem zweittiefsten Stand der letzten zehn Jahre. Die heutigen Zahlen seien kein Vergleich mehr mit früheren Jahren, schreibt die Oberjugendanwaltschaft in ihrer Mitteilung. Im unrühmlichen Rekordjahr 2009 beispielsweise mussten sich 1151 Minderjährige wegen einer Gewalttat verantworten. Die Zahl der jungen Gewalttäter ging seit 2009 somit um über 55 Prozent zurück.

Kosten fast halbiert

Die anhaltend tiefe Jugendgewalt wirkt sich positiv auf den Zürcher Finanzhaushalt aus. Der Aufwand für Schutzmassnahmen, also stationäre Aufenthalte und ambulante Behandlungen, ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Im vergangenen Jahr gab der Kanton noch 17,4 Millionen Franken für solche Massnahmen aus. Im Rekordjahr 2009 waren es noch 30 Millionen.

Am häufigsten landeten die Jugendlichen im vergangenen Jahr wegen Betäubungsmitteldelikten vor dem Staatsanwalt, gefolgt von Vermögensdelikten und Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz. Erst danach kommen Gewaltdelikte, Drohungen, Nötigung und Hausfriedensbruch sowie Sexualstraftaten. Der Ausländeranteil bei den Verurteilten betrug im vergangenen Jahr 34,3 Prozent. Mädchen und junge Frauen geraten nach wie vor deutlich seltener mit der Justiz in Konflikt als junge Männer: 25 Prozent der Verurteilten im vergangenen Jahr waren weiblich.

SDA/hub

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