Stadt und Kanton Zürich nähern sich mit Tempo 30 an

Ein gemeinsames Monitoring zur Wirkung von Tempo 30 auf Hauptstrassen soll das Klima zwischen Kanton und Stadt verbessern.

Tempo 30 sorgt für erhitzte Gemüter: Eine Zusammenarbeit soll für kühlere Köpfe sorgen.

Tempo 30 sorgt für erhitzte Gemüter: Eine Zusammenarbeit soll für kühlere Köpfe sorgen. Bild: Samuel Schalch

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Tempo 30 – das Thema ist ein heiss und oft emotional diskutierter Dauerbrenner in der Stadt Zürich. Nun wollen Stadt und Kanton die Diskussion versachlichen und prüfen gemeinsam die Wirkung von Tempo 30 in besonderen Verkehrssituationen.

Untersucht werden verschiedene Fragen – etwa wie sich die Temporeduktion auf den Lärm auswirkt, ob sich die Reisezeit des Individualverkehrs verändert, ob Ausweichverkehr entsteht und ob sich Verzögerungen für den öffentlichen Verkehr ergeben. Dies teilten das Sicherheitsdepartement der Stadt Zürich und die kantonale Volkswirtschaftsdirektion heute Montag gemeinsam mit.

Durchgeführt wird das Monitoring auf insgesamt neun Strecken in der Stadt Zürich. Sieben davon sind Strassen von überkommunaler Bedeutung, also Hauptstrassen. Die Federführung der Wirkungskontrolle liegt bei der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich und dem Amt für Verkehr des Kantons.

Die Vorher-Messungen auf den neun Strecken erfolgen im April und Mai. Im Sommer werden die Strecken, für welche die Stadt in eigener Verantwortung eine Temporeduktion verfügt hat, auf Tempo 30 umsignalisiert. Die Nachher-Messungen sind im Herbst geplant. Erste Erkenntnisse liegen voraussichtlich Ende 2019 vor.

VCS reagiert mit angezogener Bremse

Für die Sektion Zürich des Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) ist das Monitoring ein Zeichen dafür, dass Stadt und Kanton gemerkt haben, «dass sie in der Vergangenheit den Lärmschutz der Bevölkerung zu wenig gewichtet haben».

Zwar ist laut VCS ein solches Monitoring «eigentlich unnötig». Denn es gebe genügend Studien, welche die Wirksamkeit von Tempo 30 nachweisen. Wenn allerdings ein Monitoring dazu führe, dass Stadt und Kanton sich dazu aufrafften, endlich einen wirksamen Lärmschutz zu realisieren, dann sei ein solches Vorgehen zu begrüssen.

«Wenn die Politik aber nicht in der Lage ist, den Lärmschutz zu garantieren, müssen notfalls die Gerichte den Schutz der Bevölkerung durchsetzen», heisst es in der VCS-Mitteilung weiter. Derzeit sind diverse Verfahren hängig. Gemäss VCS werden von 140'000 lärmbetroffenen Personen in der Stadt Zürich nur gerade 25'000 mit einer Massnahme an der Quelle vor Strassenlärm geschützt.

ACS und TCS möchten einbezogen werden

Die Zürcher Sektionen von ACS und TCS «begrüssen eine sachliche Prüfung von Tempo 30», wie sie gemeinsam mitteilten. Allerdings würden sie gerne in die von Stadt und Kanton vorgesehenen Versuche und Messungen miteinbezogen werden.

Denn das Einbinden der Verkehrsverbände würde ihrer Ansicht nach «wesentlich zur Transparenz und damit zur Glaubwürdigkeit des geplanten Tempo 30-Monitoring beitragen». (sda/pu)

Erstellt: 04.03.2019, 16:07 Uhr

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