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Stadt will keine Dauermieter mehr in der Roten Fabrik

Die Stadt Zürich gibt mehr Geld aus für die freie Kulturszene – und ändert die Regeln. Das ist einschneidend für Dutzende Mieter der Roten Fabrik, die nach Jahrzehnten die günstigen Räume verlassen müssen.

Dutzende langjährige Mieter müssen ihre subventionierten Räume räumen: Kulturzentrum Rote Fabrik am Ufer des Zürichsees.
Dutzende langjährige Mieter müssen ihre subventionierten Räume räumen: Kulturzentrum Rote Fabrik am Ufer des Zürichsees.
Keystone

Die Stadt Zürich will die Freie Szene der Kulturschaffenden stärker fördern, teilt sie heute mit. Deshalb wertet sie beispielsweise die Verleihung von Werkjahren auf und vermittelt zusätzliche günstige Arbeitsräume. Diese sollen künftig aber maximal für fünf Jahre gemietet werden können. «Dauermieter» soll es nicht mehr geben.

Eine lebendige Kulturstadt brauche «den Humus des Flexiblen und Innovativen», heisst es in der Mitteilung des Präsidialdepartementes vom Mittwoch weiter. Die Stärkung der Freien Szene sei deshalb ein Ziel der städtischen Kulturförderung.

Mehr Geld und weitere Werkjahre

Eine bewährte Form der Kulturförderung sei die Vergabe von Werkjahren. Sie werden künftig zusätzlich zu den bisher elf Werkjahren vier weitere in den Bereichen E-Musik, Literatur, Bildende Kunst und Jazz/Rock/Pop verliehen. Zum anderen erhöhen sich die Werkjahrbeiträge von jeweils 42'000 auf 48'000 Franken.

Auch bei den Auslandateliers wird die Stadt Zürich aktiver. Zu den zwei bisherigen Ateliers in New York und den Einzelplätzen in Genua, Paris, Kunming und Kairo schafft sie weitere in Hamburg und Berlin und plant neue in Istanbul und San Francisco.

Keine Dauermieter mehr in Ateliers

Insgesamt bietet die Stadt heute rund 290 Produktions- und Proberäume für Künstlerinnen und Künstler an. Die Vergabe dieser Ateliers wird neu zentral bei der Kulturabteilung angesiedelt. Zudem werden die Vergabekriterien vereinheitlicht.

So sollen die Räume beispielsweise ausschliesslich an professionelle Kulturschaffende vermietet werden, die ihren Wohn- und Steuersitz seit mindestens zwei Jahren in Zürich haben. Über die Zuteilung der Ateliers entscheidet ein Gremium, das sich aus vier Kulturressort-Verantwortlichen zusammensetzt.

Neu gilt bei subventionierten Ateliers eine maximale Aufenthaltsdauer von fünf Jahren. Diese Regelung betrifft auch Kulturschaffende in den Räumen der Roten Fabrik, deren Verträge spätestens 2018 auslaufen. Bei zwanzig Mietenden der Roten Fabrik betrug die Nutzungsdauer Ende 2012 mehr als 23 Jahre.

Durch die neue Regelung soll gemäss Mitteilung künftig mehr Rotation und somit eine Förderung breiterer Kreise bewirkt werden.

Zusätzliche Räume in Altstetten

In den Räumen der Migros-Betriebszentrale Herdern können im Rahmen einer Zwischennutzung seit September 2012 und noch bis mindestens Ende 2017 günstige Arbeits- und Lagerräume auf rund 1000 Quadratmetern zur Verfügung gestellt werden.

Deren Vergabe erfolgt in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste. Ziel ist es, jungen Künstlerinnen und Künstlern ein Brückenangebot für die Zeit nach Beendigung des Studiums zu bieten.

Die Stärkung der Freien Szene über Werkjahre und Atelierpolitik steht in einer Reihe mit der im Kulturleitbild 2012-2015 bereits vorgesehenen Erhöhung der freien Kredite. So etwa wurde beim Tanz der freie Kredit ab 2012 von 1 Million Franken auf 1,1 Millionen Franken erhöht, bei der Bildenden Kunst von 100'000 auf 140'000 Franken.

Eine weitere Erhöhung auf 200'000 Franken ist für das Budget 2014 geplant. Bei Jazz/Rock/Pop stieg der Kredit von 934'000 Franken auf 964'000 Franken. 2015 sollen es 999'000 Franken sein.

SDA/ep

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