Stadtrat will Abtreibungsgegner nicht marschieren lassen

Trotz Rüge des Statthalters: Die Zürcher Stadtregierung will aus Angst vor Radau statt einem «Marsch fürs Läbe» nur eine stehende Kundgebung zulassen.

Sind im Zwist mit der Stadt Zürich: Abtreibungsgegner bei der letztjährigen Kundgebung in Bern.

Sind im Zwist mit der Stadt Zürich: Abtreibungsgegner bei der letztjährigen Kundgebung in Bern. Bild: Anthony Anex/Keystone

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Der Zürcher Stadtrat zieht wegen dem «Marsch fürs Läbe» vor Verwaltungsgericht, wie er heute Mittwoch mitteilte. Auslöser: Sein Entscheid, den Umzug durch die Innenstadt am 14. September nicht zu erlauben und die Abtreibungsgegnern nur auf dem Turbinenplatz demonstrieren zu lassen. Das wollten die Veranstalter aus dem konservativ-religiösen Milieu nicht akzeptieren und legten einen Rekurs ein, der vom Statthalter gutgeheissen wurde. Dieser bewilligte den Demonstrationszug.

Das wiederum will der Stadtrat nicht auf sich sitzen lassen. Er betont, dass er nach wie vor Sicherheitsbedenken habe, wenn ein Demonstrationszug durchgeführt werde. Zudem werfe die vom Statthalteramt vorgegebene Umzugsroute Fragen auf.

Gegendemonstration zu erwarten

Die letzte Austragung des «Marsch fürs Läbe» in Zürich endete mit einem Polizeieinsatz, bei dem in Oerlikon 100 Gegendemonstranten eingekesselt und auf den Polizeiposten abgeführt wurden. Die Hälfte davon musste sich ausziehen, was der Stadtpolizei selber ein Strafverfahren einbrockte.

2016 und im Jahr 2018 wichen die Veranstalter nach Bern aus. An der eigentlichen Abtreibungsgegner-Demo auf dem Bundesplatz im Jahr 2018 nahmen rund 1500 Personen teil, dagegen protestierten rund 800 Aktivisten an einer unbewilligten Gegendemo. Sollte der Marsch dieses Jahr wieder in Zürich stattfinden, ist auch hier Widerstand programmiert. Die Zürcher Juso hat bereits zu einer lauten Gegendemonstration aufgerufen. (hub/sda)

Erstellt: 03.07.2019, 15:15 Uhr

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