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Standing Ovation für den neuen Zürcher SVP-Präsidenten

Die SVP-Delegierten haben den 28-jährigen Bauernsohn Benjamin Fischer mit Applaus zu ihrem neuen Präsidenten gewählt.

Übernimmt neu das Amt des Parteichefs: Der 28-jährige Benjamin Fischer an der Delegiertenversammlung. Bild: Walter Bieri (Keystone)
Übernimmt neu das Amt des Parteichefs: Der 28-jährige Benjamin Fischer an der Delegiertenversammlung. Bild: Walter Bieri (Keystone)

Benjamin Fischer ist einer der jüngsten Parteipräsidenten überhaupt – und mit Sicherheit der Jüngste, den die grösste Schweizer Kantonalpartei je hatte. Fischers prominentester Vorgänger Christoph Blocher war bei seiner Wahl bereits 37 – und er blieb 26 Jahre lang Zürcher SVP-Präsident bis zu seiner Wahl in den Bundesrat.

Benjamin Fischer tritt also in grosse Fussstapfen. Und er mutet sich einen heiklen Job zu. Vorgänger Konrad Langhart wurde nach den erfolglosen kantonalen Wahlen auf einem Wink von Blocher zum Rücktritt gedrängt. Nun ist er gar aus der SVP ausgetreten. Interimspräsident Patrick Walder (32) wurde von allen geschätzt; er wollte – oder konnte – als selbstständiger Treuhänder den unbezahlten und zeitintensiven Job nicht definitiv übernehmen.

Die Findungskommission unter Nationalrat Alfred Heer war mit Anmeldungen nicht überschwemmt worden. Aus der Nationalratsdelegation haben alle abgesagt. Auch Martin Hübscher, Fraktionschef im Kantonsrat, ist für den Job nicht zu haben. Das Amt eines Nationalrats war lange Zeit eine der Hauptanforderungen an den neuen Präsidenten. Fischer kennt als Präsident der Jungen SVP immerhin bereits die Mechanismen in Bern.

Fischer sei trotz seines jungen Alters gut vernetzt in der SVP, er habe Erfahrung im Umgang mit den Medien, einen guten Leistungsausweis trotz seines jugendlichen Alters, und – vor allem – sei Fischer bereit «viel Zeit zu investieren in einen Knochenjob», sagte Nationalrat Alfred Heer. Zudem, so Heer, sei Fischer Offizier der Schweizer Armee. Was auch für ihn spreche: «Fischer muss oder darf als junge Persönlichkeit die Früchte seiner Arbeit noch selber ernten.»

«Käi Luscht» und Opposition gegen «links-grünen Mist»

Benjamin Fischer gab sich vor seiner Wahl locker und selbstbewusst: «Ich selber werde frühestens 2056 pensioniert, und mein Sohn wird statistisch das Jahr 2100 erleben. Deshalb lohnt es sich, in grösseren Dimensionen zu denken.»

Eine seiner Hauptaufgaben sei die Basisarbeit bei der Bevölkerung, in den Ortssektionen und vermehrt auch in den Städten und in der Agglomeration. Zudem will Fischer im klimamässig links-grün dominierten Kantonsrat vermehrt mit Referenden eine Oppositionsrolle wahrnehmen, «um den links-grünen Mist zu korrigieren».

Fischer zitierte in seiner Wahlrede auch SVP-Bundesrat Ueli Maurer. Er habe in seinem neuen Amt «käi Luscht», kleine Streitereien und persönliche Rivalitäten zu schlichten. «Ich erwarte von der SVP-Familie, dass alle ihre persönliche Befindlichkeiten in den Hintergrund stellen und gemeinsam am gleichen Strick ziehen.»

Einstimmige Abstimmungsparolen

Ausserdem haben die SVP-Delegierten die Abstimmungsparolen zu den Volksabstimmungen vom 9. Februar gefasst. Einstimmig beschloss die Partei die Nein-Parole zur Volksinitiative des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbandes «Mehr bezahlbare Wohnungen». Ziel der Initiative: Der Anteil des gemeinnützigen Wohnungsbaus an den neu gebauten Wohnungen soll gesamtschweizerisch bei mindestens 10 Prozent liegen. Hans Egloff, Präsident des Schweizerischen Hauseigentümerverbandes, sagte: «Bei uns muss niemand unter der Brücke leben. Die angebliche Wohnungsnot wird nur bemüht, um Stimmung zu machen.»

Ebenfalls einstimmig abgelehnt wurde die nationale Gesetzesänderung zur Stärkung der Anti-Rassismus-Strafnorm und für ein Verbot, Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung zu diskriminieren.

Die Parolen für die beiden kantonalen Steuervorlagen: Einstimmig abgelehnt wird die kantonale Entlastungsinitiative der Juso, während die Mittelstandsinitiative der Jungfreisinnigen «Weniger Steuerbelastung für alle» Unterstützung fand. Die Nein-Parole zum Taxigesetz und die Ja-Parole zum Rosengartentunnel hatte die SVP bereits im letzten Jahr gefasst.

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