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Street-Parade-Messerstecher vor Gericht

Am Jugendgericht Bülach beginnen die Prozesse gegen eine Jugendgang aus dem Zürcher Unterland. Den Auftakt macht heute das Bandenmitglied, das an der Street Parade 2007 auf einen 18-jährigen Schweizer eingestochen hat.

Street Parade 2007 vor dem Rathaus in der Zürcher City: Ein damals 16-jähriger Thailänder sticht mitten im Party- und Festgetümmel einen 18-jährigen Schweizer nieder. Der Tat ging ein Streit zwischen den beiden Männer voraus. Der Thailänder hat die Freundin des Schweizer Lehrlings aus Baden belästigt. Als sich dieser zur Wehr setzte, stach der 16-Jährige zu. Der Schweizer starb an den Folgen der Stichverletzungen.

Höchststrafe gefordert

Heute muss sich der jugendliche Messerstecher vor dem Jugendrichter des Bezirksgerichts Bülach verantworten. Die Anklage lautet unter anderem auf vollendete und versuchte Tötung, Körperverletzung sowie bandenmässigem Raub. Laut einem Bericht in der «NZZ» wird die Höchststrafe beantragt, die das Jugendstrafrecht vorsieht: Eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und die Unterbringung in einer geschlossenen Institution.

Im Zuge der Untersuchungen gegen den jugendlichen Messerstecher zeigte sich, dass eine ganze Jugendbande aus dem Zürcher Unterland am Werk war. Die 23 Jungs und ein Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren stammen aus insgesamt zehn Ländern. Sie teilten sich in zwei Gangs auf: Die einen nannten sich «Yakuza» wie die japanischen Verbrecherorganisationen, die anderen gaben sich den Namen «DS» – Kurzform für «Dark Soul».

Mit Schlagringen und Schusswaffen unterwegs

Während die «DS» für das Gebiet vom Bellevue bis zur Blatterwiese zuständig waren, hielten sich die «Yakuza» im hinteren Stadtgebiet auf. Dort bedrohten sie Gleichaltrige, teilten Schläge aus, stiessen sie in den See, setzten Schlagringe ein oder sogar Schusswaffen. Mutmassliches Ziel war es, den Opfern die Handys und Bargeld abzunehmen.

Im Verlaufe des Prozesses werden neben dem thailändischen Messerstecher, der Mitglied aber nicht Kopf der Jugendgang war, noch weitere sieben Bandenmitglieder je nach Delikten einzeln oder in Gruppen vor Gericht stehen. 14 Gangmitglieder erhielten Erziehungsverfügungen, zwei Jugendlichen konnten bei Verfahrensabschluss keine strafrechtlich verfolgbaren Handlungen angelastet werden.

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