«Steuern zu senken, ist finanzpolitisches Harakiri»

Seit Montagmorgen debattiert der Zürcher Kantonsrat über das Budget 2020 und den Steuerfuss. Die SVP beharrt auf einer Steuersenkung.

Noch ist nichts entschieden: Die Debatte über den Steuerfuss hat im Kantonsrat Zürich erst begonnen.

Noch ist nichts entschieden: Die Debatte über den Steuerfuss hat im Kantonsrat Zürich erst begonnen. Bild: Keystone

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Die SVP werde das Budget in der vorliegenden Form ohne Steuersenkung ablehnen, kündigte Jürg Sulser (Otelfingen) an. Eine Senkung des Steuerfusses von 100 auf 98 Prozent sei dringend notwendig, weil die Bürgerinnen und Bürger mehr Geld zum Leben benötigen würden. Die Ausfälle will die SVP mit Sparmassnahmen wettmachen.

Etwas diskussionsbereiter zeigt sich die FDP. Sie fordert zwar ebenfalls eine Steuersenkung, allerdings nur eine solche von einem Prozentpunkt, also von 100 auf 99 Prozent. Die FDP will dem Budget aber auch dann zustimmen, wenn sie mit ihrer Forderung aufläuft.

2022 kommt das nächste Minus

Viel Chancen dürfen sich SVP und FDP nicht ausrechnen. Ausser der EDU, die sich bezüglich Steuerfuss noch bedeckt hält, lehnen alle anderen Fraktionen eine Steuersenkung ab.

Die Steuern zu senken, sei finanzpolitisches Harakiri, sagte Kaspar Bütikofer (AL, Zürich). Die längerfristigen Aussichten seien alles andere als rosig. Diese Meinung teilt die SP. Einen tieferen Steuerfuss könne man sich nicht leisten, sagte Hannah Pfalzgraf (Mettmenstetten). Sonst gebe es 2021 bereits das nächste Sparpaket.

Der Voranschlag für das kommende Jahr geht noch von einem kleinen Plus von 1,8 Millionen Franken aus. In den Jahren danach dürfte es aber tiefrot werden: Im Jahr 2022 rechnet der Kanton bereits mit einem Minus von 438 Millionen Franken.

50 Budgetanträge eingereicht

Die Kantonsrätinnen und Kantonsräte reichten für die diesjährige Budgetdebatte 50 Budgetanträge ein. Viel zu reden geben dürfte vor allem eine Sparmassnahme beim Personal: Die Finanzkommission schlägt vor, die ursprünglich geplanten Lohnerhöhungen zu halbieren.

Das würde das Plus deutlich erhöhen. Statt nur 1,8 Millionen Franken wäre es dann 55,4 Millionen Franken gross. Die linke Ratsseite lehnt diese Massnahme dezidiert ab. Die diesjährige Budgetdebatte dürfte voraussichtlich vier Tage in Anspruch nehmen. (sda)

Erstellt: 09.12.2019, 11:12 Uhr

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