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Tagesschule macht Kinder nicht klüger

Eine Nationalfondsstudie stellt das Modell in Frage, das zurzeit in der Stadt Zürich in einem grossen Pilotversuch erprobt wird.

Hier sammelt man seit einem Jahr Erfahrungen: Kind beim Essen in der Zürcher Tagesschule Am Wasser. Bild: Dominique Meienberg.
Hier sammelt man seit einem Jahr Erfahrungen: Kind beim Essen in der Zürcher Tagesschule Am Wasser. Bild: Dominique Meienberg.

Diese Neuigkeit dürfte zu reden geben unter jenen Stadtzürcher Eltern, die ihre Kinder im Rahmen eines grossen Pilotversuchs in die Tagesschule schicken: Die Vorteile, die diesem Schulmodell zugeschrieben werden, lassen sich laut einer Nationalfondsstudie in Realität nicht messen. Wie Radio SRF berichtet, bringen Kinder nach den ersten zwei Jahren in der Tagesschule weder bessere Leistungen noch entwickeln sie sich sozial anders. Dies, obwohl sie dort auch vor und nach dem Unterricht betreut werden.

Im Rahmen der Studie hat die Pädagogikprofessorin Marianne Schüpbach 53 Schulen in der Deutschschweiz untersucht. Sie erklärt sich die Ergebnisse mit mangelnder Qualität der Betreuungsangebote. Diese seien wohl zu wenig auf Leistungsförderung ausgerichtet. Hinzu kommt laut der Studie eine unausgewogene Zusammensetzung der Schülerschaft in Tagesschulen: Primär reiche Eltern und Migranten schicken ihre Kinder dorthin.

Stadt Zürich: Hier läuft es anders

Beim Zürcher Schul- und Sportdepartement zeigt man sich trotz dieser Studienergebnisse unbeeindruckt. Sprecherin Regina Kesselring verweist gegenüber SRF auf den Umstand, dass im Rahmen des hiesigen Pilotversuchs nur 10 Prozent der Eltern ihre Kinder nicht in die Tagesschule schicken wollten – das spreche für eine gute Durchmischung. Überdies würde die Kinder dort durchaus gefördert. So gebe es etwa in den Bibliotheken extra Betreuer, die bei ihnen die Lust am Lesen wecken.

Bis im Jahr 2025 sollen alle Stadtzürcher Volksschulen zu freiwilligen Tagesschulen werden. Die fünf Pilotschulen Aegerten, Am Wasser, Albisriederplatz, Blumenfeld und Leutschenbach testen das Modell schon seit einem Jahr. In diesem Sommer kam die Schule Schauenberg als sechste hinzu.

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