Tagesticket für Prostituierte wird abgeschafft

Zürichs Stadtrat lockert die Regeln für das Sexgewerbe: Strassenprostituierte müssen nicht mehr fünf Franken zahlen, um den öffentlichen Grund zu nutzen.

Wird wohl bald wieder verschwinden: Ticketautomat für Prostituierte an der Gräbligasse im Niederdorf.

Wird wohl bald wieder verschwinden: Ticketautomat für Prostituierte an der Gräbligasse im Niederdorf.

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Prostituierte, die im Zürcher Niederdorf oder auf dem Strichplatz in Altstetten anschaffen, müssen jeden Abend ein Ticket für fünf Franken lösen. SP und AL haben im August im Gemeinderat beschlossen, diese Gebühr zu streichen. Es handle sich um ein «reines Kontrollinstrument», das kaum Gewinn bringe.

Die Stadtregierung beantragt nun, die Prostitutionsgewerbeverordnung entsprechend anzupassen, wie sie heute Mittwoch bekanntgegeben hat. Eine zweite Änderung betrifft Kleinstsalons: Diese sollen neu auch dann von der Bewilligungspflicht befreit werden, wenn sie zwei Räumen umfassen. Aktuell müssen nur die kleinsten Sex-Salons mit einem Raum und maximal zwei Prostituierten keine polizeilichen Bewilligungen einholen.

Das Baurecht ist von dieser Änderung nicht betroffen, wie der Stadtrat mitteilt. Nach wie vor benötigen Salonbetriebe eine Baubewilligung. In einer Wohnzone, in welcher der Wohnanteil bei mindestens 50 Prozent liegt, wird eine solche Bewilligung derzeit nicht erteilt.

Gemeinderat hat das letzte Wort

Die beiden Änderungen der Prostitutionsgewerbeverordnung müssen noch vom Gemeinderat bewilligt werden. Sie treten frühestens im ersten Halbjahr 2017 in Kraft. (hub/sda)

Erstellt: 16.11.2016, 13:34 Uhr

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