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Terror am Weihnachtsmarkt: Zürcher wollen jetzt erst recht hin

Der Anschlag in Berlin verunsichert die Zürcher. Weihnachten wird jetzt vermehrt zu Hause gefeiert, wie unsere Umfrage zeigt. Doch die Weihnachtsmärkte haben nichts zu befürchten.

Weihnachtsmarkt auf dem Sechseläutenplatz. Zwar wollen rund 16 Prozent der Umfrageteilnehmer Menschenansammlungen meiden. Doch fast die Hälfte will jetzt erst recht dahin.
Weihnachtsmarkt auf dem Sechseläutenplatz. Zwar wollen rund 16 Prozent der Umfrageteilnehmer Menschenansammlungen meiden. Doch fast die Hälfte will jetzt erst recht dahin.
Doris Fanconi

«Fühlen Sie sich noch sicher?», hat Redaktion Tamedia am Donnerstag seine Leser gefragt. 1640 Personen haben bis Freitagmittag an der Umfrage teilgenommen. Und wie es aussieht, lassen sie sich trotz Terroranschlag in Berlin und Schüssen in einem islamischen Gebetslokal in Zürich nicht vom geplanten Besuch eines Weihnachtsmarktes abbringen.

Doch die beiden Ereignisse kurz vor Weihnachten haben das Sicherheitsempfinden beeinflusst: Fast 16 Prozent der Teilnehmer geben an, dass sie sich weniger sicher fühlten als davor. Mehr als die Hälfte (56,3 Prozent) ist nicht überrascht und gibt an, sich stets bewusst zu sein, dass so etwas geschehen könne. 23 Prozent sagen, sie seien ohnehin nie ängstlich. Jeder Zwanzigste sieht das Geschehene von der positiven Seite und geht davon aus, nun ein Weilchen Ruhe zu haben. Weil etwas Ähnliches nicht so schnell wieder geschehe.

Weihnachtsmarkt: «Jetzt erst recht»

Das gesteigerte Unsicherheitsgefühl bei einem Teil der Umfrageteilnehmer hat wenig Konsequenzen im Alltag, zumindest nicht, was den Besuch eines Weihnachtsmarktes angeht: Zwar wollen sich 2,2 Prozent der Befragten dort nicht mehr aufhalten, und 14 Prozent sind allgemein vorsichtiger geworden und versuchen Menschenansammlungen zu meiden. Doch das steht 43,8 Prozent gegenüber, die sich nicht abschrecken lassen wollen. «Jetzt gehe ich erst recht dahin», sagen sie sich. Die Standbetreiber müssen sich also keine Sorgen machen: Lassen die Leser ihren Worten auch Taten folgen, so werden die Zürcher Weihnachtsmärkte an ihrem letzten Tag von Besuchern überrannt.

Vom Besuch «ihrer» Kirche, Synagoge oder Moschee in den kommenden Tagen lassen sich die Umfrageteilnehmer schon eher abbringen: 2,2 Prozent bejahen diese Frage. Das ist jeder Achte, der geplant hatte, in den kommenden Tagen in ein Gotteshaus zu gehen. Kirchgänger sind unter den Teilnehmern seltener als Weihnachtsmarktbesucher.

Das Weihnachtsfest feiern die meisten zu Hause. Aber von denen, die geplant haben, Weihnachten auswärts zu verbringen, schwenkt jeder Fünfte wegen der Terrorgefahr auf eine private Feier um. Das verheisst nichts Gutes für die hiesige Gastronomie.

Ferien in Berlin oder Ägypten? Lieber nicht!

Die Feriendestination lässt sich noch einfacher wechseln als das Verhalten im Alltag: Mehr als die Hälfte der Befragten geben an, momentan nicht in Länder wie die Türkei oder Ägypten zu verreisen. 4,2 Prozent meiden Berlin und 8,3 Prozent grosse Städte ganz allgemein.

Ruf nach mehr Polizeipräsenz

Obwohl sich nur knapp 16 Prozent der Umfrageteilnehmer aufgrund der jüngsten Ereignisse weniger sicher fühlen als zuvor, begrüssen rund 40 Prozent mehr Polizeipräsenz zur Abschreckung. 60,7 Prozent sind der Meinung, Polizisten auf dem Weihnachtsmarkt nützten ohnehin nichts.

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