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Eine Jeans weniger wegen der Steuern

Was die zum Teil stark erhöhten Steuern in den Zürchern Gemeinden fürs Portemonnaie konkret bedeuten.

Auf ein Paar teure Jeans muss der Durchschnitts-Steuerzahler in Hofstetten, Hütten oder Fischenthal verzichten dieses Jahr. Dort ist der Steuerfuss auf 134 Punkte gestiegen.
Auf ein Paar teure Jeans muss der Durchschnitts-Steuerzahler in Hofstetten, Hütten oder Fischenthal verzichten dieses Jahr. Dort ist der Steuerfuss auf 134 Punkte gestiegen.
Christian Beutler, Keystone

Die zum Teil happigen Steueraufschläge in den Zürcher Gemeinden machen sich dieses Jahr nicht nur bei Grossverdienern bemerkbar. Auch Leute mit einem mittelständischen Einkommen von 75'000 Franken werden sie spüren. Vor allem, wenn sie in Hofstetten, Hütten oder Fischenthal leben, drei kleinen Gemeinden, die den Steuerfuss um 10 Prozentpunkte auf den neuen Maximalsatz von 134 Prozent erhöht haben.

Dort müssen solche Durchschnittssteuerzahler gute 300 Franken mehr Einkommenssteuer abgeben als im Vorjahr. Anders gesagt: jeden 250. Franken, den sie verdienen. Statt der teuren Jeans aus dem Fachgeschäft bleibt da nur eine günstige aus dem Warenhaus. Für Einkommensmillionäre – die sich in der Regel nicht in solchen Gemeinden aufhalten – würde der Sprung 11'500 Franken ausmachen. Das ist schon eher ein Kleinwagen als eine Hose weniger.

Auseinander gegangen ist 2016 auch die Schere zwischen den steuergünstigsten und den teuersten Gemeinden: Hütten und Rüschlikon, die Gemeinde mit dem tiefsten Steuerfuss im Kanton, trennen zwar nur 15 Kilometer Luftlinie, aber finanziell gesehen sind es Welten. Ein Umzug wäre im Prinzip sogar lohnend für Leute mit einem relativ bescheidenen Einkommen von 50'000, bei denen es fürs Steueramt nicht viel zu holen gibt: Sie könnten volle 838 Franken für sich behalten, statt sie an die Gemeinde abzugeben. Das sind über eineinhalb Prozent des gesamten Einkommens.

Für Einkommensmillionäre würde der gleiche Umzug einen Vorteil von deutlich über 70'000 Franken bedeuten, also den Preis einer Mercedes-Limousine. Dies Wohlgemerkt noch ohne Berücksichtigung der Vermögenssteuer, die bei Multimillionären schnell einmal mehrere Zehntausend Franken ausmacht.

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