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Teure Machtkämpfe

Wie Thomas Heiniger selbst zur Eskalation des Streits um die Sarkom-Chirurgie beitrug.

Der Streit um die Knochentumore ist eine Geschichte über Macht und Eitelkeiten. Was er an Zeit und Geld gekostet hat, steht in keinem Verhältnis zu seiner Bedeutung für das Zürcher Gesundheitswesen. Eigentlich lief alles gut. Der weitherum beste Sarkom-Spezialist hatte in Zürich ein gut funktionierendes Sarkom-Zentrum aufgebaut und operierte selber sowohl im Balgrist, wo er angestellt war, als auch im Universitätsspital. Doch dann fiel er bei Christian Gerber, dem starken Mann im Balgrist, in Ungnade. Zwei Alphatiere gerieten aneinander. Gerber entliess den Tumorchirurgen.

Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger sorgte dafür, dass der Topspezialist in der Folge weiterhin Knochentumore operieren konnte, indem er dem Unispital einen entsprechenden Leistungsauftrag erteilte. Das war richtig. Der Balgrist braucht sich nicht zu beklagen, dass er dadurch ins Hintertreffen geriet und sein Ruf geschädigt wurde; er ist selber schuld.

Für die politische Oberaufsicht war es eine willkommene Gelegenheit, Heiniger zum Schluss noch eins auszuwischen.

Zur Eskalation des Streits hat aber auch Heiniger beigetragen durch seine abwehrende Haltung, als der Balgrist reklamierte und später der Ombudsmann die Sache untersuchte. Weil beide bei Heiniger aufliefen, gelangten sie an die Geschäftsprüfungskommission des Kantonsrates.

Für die politische Oberaufsicht war es eine willkommene Gelegenheit, Heiniger zum Schluss noch eins auszuwischen. Schon lange war ihr Verhältnis gespannt. Viele Mitglieder des Kantonsrates nahmen Heiniger zunehmend als arrogant wahr. Jetzt konnten sie ihm die Leviten lesen. Die Wirkung ihres Berichtes dürfte allerdings bescheiden sein. Denn der Sarkom-Fall war ein Notfall und ein Einzelfall. Er stellt die Zürcher Spitalplanung nicht infrage.

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