Tötungsdelikt von Au – Mann tötete Frau mit Stichwaffe

Bei einem Streit in der Zürcher Gemeinde wurde eine 24-Jährige getötet. Nun gibt es neue Erkenntnisse.

Die Einsatzkräfte an der Alvierstrasse in Au ZH: Am Sonntag, 28. Juli 2019, fand die Polizei eine 24-jährige Schweizerin tot in einer Wohnung vor. Bild: «20 Minuten»

Die Einsatzkräfte an der Alvierstrasse in Au ZH: Am Sonntag, 28. Juli 2019, fand die Polizei eine 24-jährige Schweizerin tot in einer Wohnung vor. Bild: «20 Minuten»

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Im Fall des Tötungsdelikts vom Sonntagmorgen in Wädenswil-Au hat die Oberstaatsanwaltschaft auf Anfrage weitere Details bekannt gegeben. So zeigte sich der 33-jährige, dringend tatverdächtige Mann geständig, seine Lebenspartnerin mit einer Stichwaffe getötet zu haben. Hintergründe, Motiv und genauer Ablauf der Tat seien Gegenstand weiterer Untersuchungen durch die Kantonspolizei Zürich und die Zürcher Staatsanwaltschaft. Im Vordergrund stünden allerdings Beziehungsprobleme. Gemäss früheren Medienberichten sei der Mann sehr eifersüchtig gewesen.

Das Zwangsmassnahmengericht hat inzwischen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft angeordnet. Der Beschuldigte war weder bei der Kantonspolizei Zürich noch bei der Zürcher Staatsanwaltschaft aktenkundig.

Opfer und Täter arbeiteten in einem Baumarkt im Zürcher Säuliamt. Während die Frau dort immer noch beschäftigt war, hatte der Mann im letzten November den Schritt in die Selbstständigkeit gewählt. Er gründete ein Einzelunternehmen für Reinigungsdienste. Das Unternehmen lief aber nicht gut, gemäss Handelsregisteramt löschte er die Firma bereits nach wenigen Monaten.

Kind bei Verwandten untergebracht

Das gemeinsame elfmonatige Söhnchen ist inzwischen bei Verwandten untergebracht, wie Christina Müller, Präsidentin der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Bezirk Horgen, in einem Interview mit der NZZ sagt. Man habe dem Kind zudem einen Beistand zur Seite gestellt. Der Säugling sei nach dem Vorfall in spitalärztliche Obhut gebracht und medizinisch untersucht worden. Er sei wohlauf.

Auf die Frage, ob die Kesb Kontakt zum inhaftierten Vater herstellen würde oder ob man dem Kind den Kontakt zum Vater entziehen würde, sagt Müller, dass Stabilität und Geborgenheit für das Kind die oberste Priorität hätten. Es gelte zu beobachten, wie ein Kind in solchen Umständen auf den Verlust reagiert. Erst wenn sich die Lage stabilisiert habe und das Kind nachhaltig zur Ruhe gekommen sei, können gegebenenfalls weitere Schritte geprüft werden. Doch diese seien sorgfältig abzuwägen, das Kindswohl habe stets Vorrang.

Der 33-jährige Mann hat sich am vergangenen Sonntag in der Stadt Zürich der Stadtpolizei gestellt.

Erstellt: 31.07.2019, 11:41 Uhr

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