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Top-Forscher setzen bei Zürich ein Fragezeichen

Die Universität Zürich hat seit dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative schlechtere Karten im Kampf um die besten Wissenschaftler.

«Das schlimmste Negativereignis»: Unirektor Michael Hengartner.
«Das schlimmste Negativereignis»: Unirektor Michael Hengartner.
Patrick B. Kraemer, Keystone

Die Universität Zürich versucht trotz der Schwierigkeiten nach der Masseneinwanderungsinitiative weiter die besten Köpfe in der Forschung anzulocken. «Der 9. Februar 2014 war das schlimmste Negativereignis von 2014», sagte Unirektor Michael Hengartner heute Mittwoch vor den Medien, als er Bilanz seines ersten Jahres im Amt zog.

Bei ausländischen Forschern bestehe seit der Abstimmung Unsicherheit, ob sie in der Schweiz willkommen seien. Für die Topliga der Forschung sei zudem der Zugang zu den prestigeträchtigen Stipendien des Europäischen Forschungsrats, von denen die Schweiz künftig ausgeschlossen sein könnte, ein wichtiges Kriterium.

Mehr Drittmittel benötigt

Auf die Budgetsorgen des Kantons, der die Hälfte des Milliardenbudgets der Hochschule trägt, will der Rektor mit mehr Flexibilität reagieren. «Wir wollen die Drittmittelquote stärken», sagt er. Das betrifft vor allem Mittel des Schweizerischen Nationalfonds und der Europäischen Union.

Daneben seien aber auch «Donatoren interessant für gute Projekte», sagte Hengartner. Er nannte vier Bedingungen für Fremdfinanzierungen: Die Freiheit von Forschung und Lehre müsste garantiert sein, das Projekt müsse in die Strategie der UZH passen, ihren Ruf stärken sowie vollständig transparent machen, woher das Geld komme und wofür es eingesetzt werde.

«Die Jungen sollen studieren, was sie wollen»

Den Universitäten wird oft vorgeworfen, die «falschen» Akademiker auszubilden – etwa zu viele Geisteswissenschaftler und zu wenige Informatiker. Daraus abgeleitete Forderungen nach einem Numerus clausus weist Hengartner zurück: «Die jungen Leute sollen studieren, was sie wollen.» Niemand könne heute sagen, welche Fähigkeiten in 20 Jahren benötigt würden.

Zudem wolle die Universität kritische Menschen ausbilden, nicht nur Fachwissen vermitteln. In diesem Zusammenhang hält der Rektor es für bedenklich, dass viele Maturanden die Mathematikprüfung nicht bestehen. Beherrschung der Muttersprache und logisches Denken seien Kompetenzen, die man an der Uni nur schwer nachholen könne.

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