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Tote Frösche wegen milder Temperaturen

Amphibien sind bereits auf Hochzeitsreise. Das Wetter beeinflusst auch ihre Wanderrouten.

ema

Den Amphibien ist es derzeit wohler als sonst um diese Jahreszeit. Die warmen Nächte und die feuchte Witterung haben Kröten, Frösche und Molche bereits in Paarungslaune versetzt. An unzähligen Orten im Kanton haben sie sich in den letzten Tagen auf die Wanderung zum nächsten Laichgewässer gemacht. Darauf waren Experten nicht vorbereitet, der Amphibienschutz konnte nicht sichergestellt werden. Viele von ihnen überlebten die Überquerung von Verkehrsachsen nicht. Zwischen Dübendorf und Fällanden sprachen Augenzeugen gegenüber dem «Zürcher Oberländer» von einem «regelrechten Froschmassaker».

Auch andernorts waren die Amphibien bereits unterwegs. Bei der kantonalen Vertretung der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz Schweiz (Krach) sind am vergangenen Wochenende zahlreiche Meldungen über Amphibienwanderungen eingegangen. Naturschützer und Biologen sind sich einig: Die warme Witterung hat sie zur Laichwanderung angeregt. Und sie hat das Verhalten der Frösche verändert, sprich auch ihre Wanderrouten.

Zäune nach dem Schnee

Zur Sicherheit der Amphibien treffen Kanton und Gemeinden diverse Massnahmen. Amphibienzäune werden an den wärmsten Orten im Kanton aufgestellt, insbesondere im Zürcher Unterland. Doch in der Regel geschieht dies erst, wenn die schneereiche Zeit bereits vorüber ist. Sonst besteht die Gefahr, dass die Zäune von den Räumungsfahrzeugen beschädigt werden. Bis alle Zäune im Kantonsgebiet stehen, dürfte es Mitte Februar werden.

Naturschützer nehmen deshalb die Automobilisten in die Pflicht. Sie werden angehalten, in Gebieten mit Wäldern und Gewässern möglichst langsam zu fahren. Geschwindigkeiten bis zu 40 Kilometern pro Stunde überlebten Amphibien, sofern sie nicht von einem Rad erfasst würden, sagt Biologe Mario Lippuner. Bei höheren Geschwindigkeiten erleiden sie durch den Unterdruck tödliche innere Verletzungen.

Mancherorts werden zur Wanderungszeit der Amphibien auch die Strassen gesperrt. Bei Kantonsstrassen, wie jene zwischen Dübendorf und Fällanden eine ist, wird dies eher schwierig. Zudem müssten Umfahrungsrouten eingerichtet werden.

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