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Tragisches Ende für ausgesetzte Welpen

Der Mann, der zwei junge Hunde über den Zaun eines Winterthurer Tierheimes warf, ist identifiziert – die tödlichen Folgen für die Tiere.

Illegal importiert: Die beiden ausgesetzten Hunde stammten aus Algerien. Bild: Stadtpolizei Winterthur
Illegal importiert: Die beiden ausgesetzten Hunde stammten aus Algerien. Bild: Stadtpolizei Winterthur

Jetzt ist klar, wem die beiden Hundewelpen gehörten, die über den zwei Meter hohen Zaun eines Tierheimes in Winterthur geworfen worden sind. Wie die Zürcher Kantonstierärztin Regula Vogel am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, hat eine Drittperson die Tiere erkannt. Das Veterinäramt will nun alles Mögliche tun, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Für die beiden Welpen bedeutete die Kontaktaufnahme mit den Behörden allerdings das Todesurteil. Erst dadurch erfuhr das Veterinäramt nämlich, dass Aischa und Juma, wie die knapp vier Monate alten Hunde inzwischen genannt wurden, illegal aus Algerien in die Schweiz eingeführt worden waren. Algerien gilt im Gegensatz zur Schweiz nicht als tollwutfrei, sondern als Hochrisikoland.

Ansteckungsrisiko war zu gross

Obwohl die Tiere Anfang Woche von einem Tierarzt untersucht und als gesund beurteilt worden waren, hätte bei ihnen die Krankheit noch ausbrechen können. «Ein Tier kann bis zu 120 Tage lang ohne Symptome sein, bevor es erkrankt», sagte Vogel. In dieser Zeit kann es das Virus bereits übertragen, auch auf den Menschen. Für eine verlässliche Diagnose braucht es aber eine Untersuchung am Gehirn. Einen Bluttest gibt es nicht.

Im Falle der beiden Welpen wäre es theoretisch möglich gewesen, sie für 120 Tage zu isolieren und allfällige Symptome wie Schaum vor dem Maul, Aggressivität und Lähmungen abzuwarten. Wären diese nicht aufgetreten, wären die Tiere danach keine Gefahr mehr gewesen. «Für die Entwicklung dieser Hunde wäre dies aber fatal gewesen», sagte Vogel weiter. Aus Sicht des Tieres sei eine so lange Isolation in diesem Alter nicht vertretbar. «Sie hätten ihr Leben lang Probleme gehabt. Wir haben deshalb entschieden, sie einzuschläfern.»

Illegale Importe häufen sich

Fälle wie jene der ausgesetzten Welpen in Winterthur gibt es immer häufiger. Illegale Importe aus dem Ausland nehmen gemäss Vogel stark zu. «Jöh, herzig» – und schon würden Tiere ins Auto gepackt. Im vergangenen Jahr registrierte das Zürcher Veterinäramt pro Woche einen illegalen Import. Gut ein Drittel der Tiere, meist Hunde oder Katzen, musste eingeschläfert werden. Die meisten anderen Tiere wurden in ihr Herkunftsland zurückgebracht.

SDA/hub

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