Training radikaler Tierschützer neben Streichelzoo

Zwei Tierschutzorganisationen veranstalten im GZ Wipkingen eine Art Schulung für gewaltfreie «direkte Aktionen». Direkt nebenan: ein Kleintierzoo.

Pikant: Beim Treffpunkt der Tier- und Klimaschützer, dem GZ Wipkingen (im Bild), gibt es einen Streichelzoo. Foto: Sophie Stieger

Pikant: Beim Treffpunkt der Tier- und Klimaschützer, dem GZ Wipkingen (im Bild), gibt es einen Streichelzoo. Foto: Sophie Stieger

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Morgen Sonntag treffen sich radikale Tier- und Klimaschützer im GZ Wipkingen zu einer Veranstaltung. Das Thema: «Non Violent Direct Action Training», also ein Training für gewaltfreie «direkte Aktionen». Veranstaltet wird das Treffen von zwei Organisationen, «Direct Action Everywhere» und «Extinction Rebellion Zürich», letztere ist die radikale Version der Klimademos, die sich nun auch in der Schweiz ausbreitet, wie die «Aargauer Zeitung» kürzlich berichtete. «Direct Action Every­where», kurz DxE, ist ein internationales Netzwerk mit einem Zürcher Ableger. Sein Slogan: «Bis jedes Tier frei ist».

Pikant: Beim Treffpunkt der Tier- und Klimaschützer, dem GZ Wipkingen, gibt es einen Streichelzoo. Tatsächlich habe das Netzwerk das Ziel, jegliche Ausbeutung der Tiere durch Menschen zu beseitigen, sagt eine ­Organisatorin auf Anfrage. Eine Drittperson habe den Veranstaltungsort gebucht. Man habe sich dazu entschieden, ihn trotz Streichelzoo zu behalten. Die Veranstalterin rechnet mit 40 Teilnehmenden. Unter «direkten Aktionen» verstehe man verschiedene Protestformen – zum Beispiel zivilen Ungehorsam oder Interventionen ohne Gewalt und Drohungen. In der britischen Stadt Brighton musste beispielsweise vor zwei Wochen eine McDonald’s-Filiale schliessen, nachdem Tiermasken tragende DxE-Aktivisten und -Aktivistinnen Kunstblut verspritzten und Transparente hochhielten: «It’s not food, it’s violence», stand etwa auf einem, also Fleisch sei kein Essen, sondern Gewalt. In Zürich demonstrierte die Gruppe kürzlich vor dem Zoo des Circus Knie gegen die Tierhaltung.

Der Stadtpolizei Zürich sind beide Gruppierungen bekannt. «Bis jetzt haben wir keine Kenntnis von Straftaten dieser Gruppierungen in der Stadt Zürich», sagt Sprecher Michael Walker. Vom ­Anlass im GZ Wipkingen habe man Kenntnis und werde die Lage ­beobachten. Sabine Schenk, Geschäftsführerin der Stiftung Zürcher Gemeinschaftszentren, sagt, bei der Vermietung von Räumlichkeiten würde man jeweils vorgängig Abklärungen treffen. «Wir vermieten die Räume nicht, wenn eine Veranstaltung zum Beispiel rassistischen Inhalt hat.» Zum konkreten Fall sagt Schenk: Sie sehe keine Schwierigkeit ­darin. Bei ihnen würden unterschiedliche Meinungen zu verschiedenen gesellschaftlichen Themen Platz finden.

In einer frühere Version des Artikels stand, dass DxE-Aktivisten eine Sitzblockade auf einer niederländischen Schweinefarm durchgeführt haben. Die Aktion wurde allerdings nur von DxE in den sozialen Medien geteilt und mit ihren Hashtags versehen. Organisiert worden ist die Aktion aber vom Netzwerk «Meat The Victims».

Erstellt: 31.05.2019, 22:28 Uhr

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