Transportdrohne erobert den Zürichberg

Zuerst flog sie nur über den Zürichsee, jetzt geht es bergwärts. Die Post hat eine neue Strecke für ihre Drohnentests definiert.

Kursiert neu zwischen Unispital und Uni Irchel: Die Testdrohne in Aktion. Bild: PD

Kursiert neu zwischen Unispital und Uni Irchel: Die Testdrohne in Aktion. Bild: PD

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Ab nächster Woche fliegt täglich eine Drohne fünf- bis zehnmal zwischen dem Zürcher Unispital und der Uni Irchel hin und her. Sie transportiert Laborproben und ist doppelt so schnell wie ein Kurier auf der Strasse. Die Drohne gehört der Post, welche dieses neue Transportmittel während eines Jahres testen will, wie sie mitteilt.

Bereits im Sommer hatte in Zürich ein zweiwöchiger Test stattgefunden. Dabei transportierte die Drohne medizinische Proben zwischen dem Zentrallabor und der Klinik Im Park. Sie flog über den See. Kurz nach dem Start musste die Post den Versuch unterbrechen, weil Nachbarn der Klinik sich über Lärm beklagten. «Wir haben dann den Start- und Landeplatz versetzt», sagt Post-Sprecherin Léa Wertheimer und weist darauf hin, dass der Lärm der Drohne in fünf Meter Distanz mit 78 Dezibel in etwa jenem einer Nähmaschine entspreche. Ansonsten sei alles wie geplant gelaufen, derzeit werde über eine Weiterführung diskutiert.

Meist über bewaldetem Gebiet

Mit dem neuen Projekt will die Post Erfahrungen im Langzeitbetrieb sammeln. Die Drohne startet im Unispital auf einer Dachterrasse des Nordtrakts und fliegt danach nicht direkt zur Uni Irchel, sondern mehrheitlich über bewaldetes Gebiet. Betriebszeiten sind wochentags von 7.30 bis 16.45 Uhr. Über Weihnachten und Neujahr bleibt das Fluggerät am Boden.

Das Unispital setzt auf die Drohne, weil sie nicht nur schnell, sondern auch flexibel Labortransporte durchführen kann. Davon profitieren Patienten und Personal. Falls der Test erfolgreich ist, sind weitere Drohneneinsätze denkbar. Praktisch wäre insbesondere der Transport von Medikamenten von der neuen Kantonsapotheke in Schlieren zum Unispital.

Laut Post-Sprecherin Wertheimer fanden oder finden weitere Drohnen-Testbetriebe in Bern und in Lugano statt. Das Interesse sei landesweit gross, sagt sie. Die Post beschränkt sich dabei auf medizinische Güter. «Wir haben nicht die Absicht, den Briefträger durch eine Drohne zu ersetzen», beruhigt Wertheimer.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.12.2018, 16:09 Uhr

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