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Trotz Boom: Zürich schliesst Schiessstände

Die Stadt Zürich will die Schiessstände im Hasenrain und in Schwamendingen schliessen. Ausgerechnet jetzt, wo der Schiesssport einen Boom erlebt, kritisieren die Schützen.

Ein Schütze absolviert das Feldschiessen 2010 auf der Schiessanlage Hasenrain in Zürich Albisrieden.
Ein Schütze absolviert das Feldschiessen 2010 auf der Schiessanlage Hasenrain in Zürich Albisrieden.
Alessandro Della Bella, Keystone

Die Stadt Zürich möchte bei den Schiessplätzen aufräumen. Man wolle nur noch je einen Schiessplatz links und rechts der Limmat, sagte Mathias Ninck, Sprecher des städtischen Sicherheitsdepartements, der Quartierzeitung «Zürich West». Das heisst: Die beiden grossen Anlagen im Albisgüetli und Höngg bleiben, der Hasenrain in Albisrieden und die Probstei Schwamendingen werden geschlossen.

Die Reduktion der vier städtischen Schiessplätze auf zwei hat ökonomische Gründe: Es stehen überall teure Investitionen in umweltfreundliche Kugelfangkästen an. Die Stadt argumentiert zudem mit sinkenden Schusszahlen, Lärmemissionen und «steigenden Ansprüchen an eine sinnvolle Flächenökonomie». Gemäss NZZ führt das bei den Schützen im Hasenrain zu Kopfschütteln: Der Verein sei seit 2013 wieder am Wachsen, und der Schiesslärm störe am Stadtrand niemanden. «Wir haben keine einzige Lärmklage», sagt Vereinsmitglied Mathias Wandinger der Zeitung.

Tatsächlich verzeichnen die Schiessvereine in der Schweiz seit langem wieder mehr Nachwuchs: 2016 haben gemäss NZZ 9737 Jugendliche einen Jungschützenkurs absolviert, 2015 waren es 6441. Verantwortlich macht der Schweizerische Schiesssportverband die vom Bundesrat verordnete Senkung des Jungschützenalters von 17 auf 15 Jahre. Im Kanton Zürich ist der Trend ebenfalls spürbar: Letztes Jahr haben 848 Personen einen Jungschützenkurs besucht, darunter 145 Mädchen, das Jahr zuvor waren es 519, darunter 100 Mädchen.

Verein will Kosten selber tragen

Auch die Sorgen der Stadt über die teure Investition in Kugelfangkästen sei unbegründet, sagt Vereinsmitglied Michel Baumgartner der NZZ. «Wir bieten an, die 120'000 Franken, die es dafür braucht, aus unserer Vereinskasse zu bezahlen.» Der Verein will die Stadt von sämtlichen Pflichten entlasten, auch von den jährlichen Unterhaltskosten. Vereinspräsident Thomas Osbahr, Michel Baumgartner und weitere Mitglieder haben eine Petition zum Erhalt der Anlage lanciert. Über 2500 Unterschriften sind innert kurzer Zeit zusammengekommen.

Eine Antwort auf ihr Angebot haben sie bisher nicht bekommen. Auf Anfrage lässt das zuständige Sicherheitsdepartement von Stadtrat Richard Wolff (AL) ausrichten, der endgültige Entscheid, ob der Hasenrain bleiben könne oder nicht, stehe aus. Momentan gebe es noch «Verhandlungsspielraum.»

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