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Über Jahre hinweg zu viel Steuern gezahlt

Ein Hilfsarbeiter zahlte so viel wie ein Grossverdiener. Nun erlässt ihm die Kirche einen Teil ihrer Steuern.

Erst beharrten Kanton und Gemeinde auf die Steuerrechnung: Jetzt stellt Dürnten ein Gespräch in Aussicht.
Erst beharrten Kanton und Gemeinde auf die Steuerrechnung: Jetzt stellt Dürnten ein Gespräch in Aussicht.

Die reformierte Kirche zeigt sich gnädig: Sie erlässt dem Dürntener Hilfsarbeiter, der jahrelang so viel Steuern zahlte wie ein Grossverdiener, 6000 Franken Kirchensteuer. Das ist ihr Anteil an der Steuerrechnung für das Jahr 2011, wie «Beobachter.ch» schreibt. Dürnten und der Kanton Zürich hatten den Mann über Jahre hinweg massiv zu hoch eingeschätzt, weil er selbst keine Steuererklärung ausfüllte. Sein Grund: Er kann weder richtig lesen noch schreiben und schämte sich dafür. Deshalb legte er gegen die Einschätzungen auch keine Einsprache ein.

Er stotterte Jahr für Jahr die Rechnungen von mehreren Zehntausend Franken ab. Das veranlasste das Steueramt, mehr und mehr von ihm zu verlangen: «Da die Steuerrechnungen immer bezahlt wurden und nie eine Einsprache gegen die Einschätzung erfolgte, durfte die Steuerbehörde annehmen, dass er nicht zu hoch eingeschätzt wurde», sagt Roger Keller von der Finanzdirektion als Begründung für die stetigen Erhöhungen. 2010 war die Steuerrechnung 72 000 hoch, 2011 rund 100 000 Franken. Um eine solche Steuerschuld zu haben, müsste er rund 300 000 Franken im Jahr verdienen. In Wirklichkeit sind es 60 000 Franken.

Erst beharrten Kanton und Gemeinde darauf, alles sei rechtens. Schliesslich habe der Hilfsarbeiter die Steuererklärungen nicht ausgefüllt. Nun hofft Dürnten jedoch, eine Lösung zu finden, und stellt für Anfang Dezember ein Gespräch in Aussicht. Dessen Ausgang wird auch die Zürcher Jungfreisinnigen interessieren. Für sie ist der Dürntener Steuerfall ein Politikum. Sie verlangen, dass er genau aufgeklärt wird.

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