Was Mondgucker jetzt wissen müssen

Die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts: Wer das Spektakel sehen will, braucht freie Sicht nach Südosten. Auch Sternwarten haben geöffnet.

Start, Dauer, Sicht, Fotos: Fakten zum Himmelsspektakel von heute Abend.
Video: Keystone, Reuters, Nasa, Wibbitz, cpm

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Heute Abend spielt sich am Himmel ein Ausnahmeereignis ab: die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts. Für die Neugierigen sind die Bedingungen optimal: Die Wetterprognosen sind gut, der Himmel sollte klar sein.

Der Mond geht um 20.58 Uhr auf. Aufgrund der Topografie, also der Hügel und Berge in der Umgebung, wird der Mond bei uns real allerdings erst später sichtbar sein. Bis zum Beginn der totalen Mondfinsternis um 21.30 Uhr dürfte der Trabant aber von den meisten Orten aus zu sehen sein. Die totale Mondfinsternis dauert bis 23.13 Uhr.

Wie sie den Blutmond am besten sehen

Wo lässt sich das Spektakel im Raum Zürich am besten verfolgen? Und was ist zu berücksichtigen? Wir haben bei Thomas Baer, Leiter der Sternwarte Bülach, sowie bei Thomas Dumm und Andreas Weil von der Sternwarte Urania in Zürich nachgefragt. Hier sind ihre Tipps:

  • Die Mondfinsternis lässt sich überall dort beobachten, wo die Sicht nach Südosten und Süden gut ist – das heisst: nicht durch irgendwelche «Hindernisse» wie Häuser, Bäume oder Hügel eingeschränkt ist. Idealerweise hat man freie Sicht auf den Horizont.
  • Wer es gern ruhig hat, kann sich auf dem eigenen Balkon einrichten, sofern dieser nach Süden ausgerichtet ist.
  • Wer einen weiten, freien Blick möchte, steigt am besten auf eine Anhöhe – auf den Uetliberg, den Pfannenstiel oder den Bachtel. Auch kleinere Hügel und Anhöhen wie etwa die Brüttemer Höhe sind geeignete Beobachtungsplätze. In der Stadt Zürich bietet sich die Waid oberhalb von Höngg an. Ein imposantes Gesamterlebnis dürfte der Blick vom Bürkliplatz oder vom Hafen Enge aus über den See vermitteln.
  • In der ganzen Schweiz sind heute Abend praktisch alle öffentlichen Sternwarten geöffnet. Hier wird man das Ereignis durch Teleskope bewundern können. Allerdings wird man dabei nicht allein sein. Die Sternwarten erwarten einen beträchtlichen Publikumsandrang. Die Sternwarte Urania in Zürich bietet von 21 Uhr bis Mitternacht drei Führungen à je 50 Minuten für je 50 Personen an. Eine Voranmeldung ist nicht möglich.
  • Die Mondfinsternis sieht man bestens von blossem Auge. Trotzdem lohnt es sich, einen Feldstecher dabeizuhaben. Es kann sehr gut sein, dass sich der verfinsterte Mond relativ dunkel und infolge der jüngsten Vulkanausbrüche weltweit eher braun als kupferrot präsentieren wird.
  • Wer die Mondfinsternis fotografieren will, braucht eine Spiegelreflexkamera. Smartphone-Aufnahmen werden ziemlich enttäuschende Ergebnisse liefern. Wer hohe Ansprüche an seine Fotos hat, benutzt ein Teleobjektiv (Brennweite 300 bis 400 mm) und montiert die Kamera auf ein Stativ. Bei der Belichtungszeit muss man etwas pröbeln, während der totalen Finsternis kann diese gemäss Thomas Baer über 10 Sekunden betragen.
  • Neben dem verfinsterten Mond gibt es heute ja auch den Mars zu beobachten, der ausserordentlich intensiv leuchten wird. Zu beachten ist, dass sich der 58 Millionen Kilometer entfernte Planet unterhalb des Mondes befindet.



Wieso der Mond blutrot wird Die Erklärung zur totalen Mondfinsternis und warum der Erdtrabant dabei rot leuchtet. (ABO+)

Erstellt: 27.07.2018, 08:29 Uhr

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