Und wann rollt die Knutschkugel nun durch Zürich?

Eigentlich sollten die ersten Microlinos schon ausgeliefert sein. 15'000 Vorbestellungen sind bereits eingetroffen. Und nun das.

Kürzer als ein Smart: Die Auslieferung des Microlino verzögert sich.

Kürzer als ein Smart: Die Auslieferung des Microlino verzögert sich. Bild: PD

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Die Familie Ouboter war eigentlich fest davon überzeugt, dass ihr Microlino, ihre «Knutschkugel», schon sehr bald auf Zürichs Strassen rollen wird. «Wenn nicht im Dezember, dann spätestens im Januar 2019» gehe der Produktionsstart los, frohlockte einer der Söhne noch im vergangenen Oktober in der «Zürichsee-Zeitung». Und nun das: «Die Microlino AG hat sich dazu entschieden, den zuletzt im April geplanten Auslieferungsstart ihres Microlino zu verschieben», teilt das Unternehmen mit.

Die Interessierten müssen sich nun weiter gedulden. Wie lange es dauern wird, bleibt aber unklar, so konkret wie im vergangenen Oktober wird man nicht. «Die Gründerfamilie von Microlino bleibt zuversichtlich», heisst es in der Mitteilung weiter, «dass der Microlino bald auf den Markt kommen wird.» Bis auf weiteres würde das Unternehmen von den 15'000 Vorbestellern noch keine Anzahlung verlangen, verspreche ihnen aber, dass noch in diesem Monat ein Konfigurator im Internet aufgeschaltet würde. Dies helfe der Firma bei der Produktionsplanung.

Der Küsnachter Erfinder Wim Ouboter, der Erfinder der Micro-Scooters und Kickboards, hat zusammen mit seinen Söhnen den Microlino entwickelt. Ein kleines E-Auto für die Stadt, das maximal 90 Kilometer pro Stunde schnell und 120 Kilometer weit fahren kann. Laut der Mitteilung gibt es bereits 15'000 Reservationen für den Zweisitzer, der mit seinem Design stark an die alte «Knutschkugel» angelehnt ist, den BMW Isetta aus den Fünfzigerjahren.

Wirrungen bei Produktion

Als Anti-Tesla wurde das E-Auto bereits 2016 zelebriert, Ende 2017 hätten die ersten Fahrzeuge vom Produktionsband rollen sollen, hiess es damals. Doch es kam anders. Zwar sind laut dem Unternehmen alle Zulassungstests bereits absolviert und bestanden, aber die Gründerfamilie ist unzufrieden. Der aktuelle Entwicklungsstand des Autos erfülle ihre Anforderungen noch nicht. Der Grund für die Verzögerung sind Wirrungen in der Produktion und der Umzug von Imola nach Delbrück.

Ursprünglich wollten die Ouboters ihren Microlino in Italien bei der Firma TMI bauen lassen. Diese wurde allerdings von der deutschen Firma Artega übernommen, und damit wechselten auch die Fertigungsrechte. «Durch den Verkauf des Microlino-Produzenten TMI an Artega ist die Serienentwicklung ins Stocken geraten», sagt nun Wim Ouboter. Es herrsche derzeit «Uneinigkeit». Um der Firma für die Fertigung mehr Zeit zu geben, habe man sich nun entschlossen, den Auslieferungsstart zu verschieben.

Video: Microlino gegen Ferrari

So wirbt der Küsnachter Unternehmer für seine Erfindung. Video: Microlino/Youtube

Die Geschichte der Zürcher «Knutschkugel» ist aus einer Marketing-Idee heraus gewachsen. Wim Ouboter wollte mehr Erwachsene auf seine Kickboards aufmerksam machen und erschuf den Microlino. Das kleine Auto ist kürzer als ein Smart und fand viel Aufmerksamkeit. Ouboter entschied sich, dass Projekt weiterzuverfolgen. Seit 2015 läuft die Entwicklung. (sip)

Erstellt: 15.05.2019, 10:50 Uhr

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