Unklarheiten bei der neuen Zürcher Justiz-Software

Die Zürcher Strafverfolgungsbehörden arbeiten seit einem Jahr mit einer neuen Justiz-Software. Ob die gesamte Direktion der Justiz des Inneren damit arbeiten wird, ist fraglich.

Komplexe Angelegenheit: Die neue Zürcher Justiz-Software wird überprüft.

Komplexe Angelegenheit: Die neue Zürcher Justiz-Software wird überprüft. Bild: Keystone

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Das Informationssystem, mit dem die Zürcher Strafverfolgungsbehörden seit gut einem Jahr arbeiten, wird überprüft. Die Zukunft der von der Direktion der Justiz und des Innern selbst entwickelte Anwendung ist offen. Möglich ist auch der Ersatz durch eine billigere und einfachere.

Das Rechtsinformationssystem RIS2 wird in der Justizdirektion seit Oktober 2014 angewendet. Ursprünglich war nur eine Aktualisierung des alten Systems vorgesehen, doch dann beschloss der Regierungsrat, die Anwendung grundlegend zu modernisieren und neu zu entwickeln.

Doppelt so teuer wie ursprünglich

Budgetiert waren für das Informatiksystem rund acht Millionen Franken. Mittlerweile sind gemäss einem Regierungsratsbeschluss gut 21 Millionen dafür bewilligt. Das Projekt RIS2 sei eines der landesweit innovativsten Informatik-Systeme in diesem Bereich, schreibt die Justizdirektion in einer Mitteilung vom Freitag.

Doch es müsse weiter optimiert und überprüft werden, bevor es auf weitere Einheiten ausgedehnt werde. Bis jetzt wird das Rechtsinformationssystem erst von den Staatsanwaltschaften und den Jugendanwaltschaften genutzt. Mit RIS2 können sie Dokumente medienbruchfrei zwischen den verschiedenen Stellen weitergegeben.

«Als nächstes wäre der Einsatz beim Amt für Justizvollzug und bei den Bewährungs- und Vollzugsdiensten vorgesehen gewesen», sagte Benjamin Tommer, Sprecher der Direktion der Justiz und des Innern, gegenüber der Nachrichtenagenur sda. Doch nach Abschluss der ersten Phase sei jetzt ein guter Moment für eine Überprüfung.

Weitere Zukunft des Systems ist offen

Wie es weitergeht, ist gemäss Tommer völlig offen. Das selbst entwickelte System sei teuer und sehr komplex. «Es wird nun abgeklärt, ob es eine billigere und einfachere Anwendung gibt», sagte er. Möglich sei auch eine Neuausschreibung.

Weil sich das System aber im jetzigen Anwendungsbereich bewährt, bleibt es dort auch in den kommenden Jahren weiterhin im Einsatz, wie es in der Mitteilung der Justizdirektion heisst. Ausserdem werde es durch zusätzliche Funktionen erweitert. Die Überprüfung von RIS2 dauert voraussichtlich bis ins erste Semester 2016. (sda)

Erstellt: 11.09.2015, 15:47 Uhr

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