«Unsere Körper sind ausgelaugt!»

Hunderte Bauarbeiter versammelten sich heute Vormittag beim Zürcher Helvetiaplatz zu einer Protestaktion. Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat sich unter den wütenden Arbeitern umgehört.

Bauarbeiter aus der ganzen Schweiz trafen sich heute in Zürich zum Streik. Video: Adrian Panholzer

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In Zürich stehen am Dienstagmorgen über 100 Baustellen still. Die Arbeiter streiken, weil sich die Baumeister nach wie vor weigern, über den Gesamtarbeitsvertrag für das Baugewerbe zu verhandeln. Tagesanzeiger.ch/Newsnet ist auf die Strasse gegangen und hat die Reaktionen der wütenden Arbeiter eingefangen.

Die Bauarbeiter und ihre Gewerkschaft Unia stossen sich vor allem daran, dass die Baumeister auf das Pensionsalter 60 zielen. «Sie wollen entweder das Rentenalter erhöhen oder die Rente um bis zu 1000 Franken pro Monat kürzen, das geht einfach nicht», kritisiert Lorenz Keller, Kommunikationsbeauftragter der Unia für die Region Zürich. Schliesslich habe jeder Bauarbeiter, der ein Leben lang hart arbeite, es verdient, einen Lebensabend in Würde zu verbringen.

Zusätzlich würden sich die Baumeister weigern, über dringend nötige Massnahmen für einen besseren Schutz bei Schlechtwetter und gegen Lohndumping zu diskutieren. Es sei immer wieder zu gefährlichen Situationen mit Eis und Schnee auf den Fahrbahnen gekommen. «Da ist die Unfallgefahr zu gross», sagt Keller.

Im nächsten Jahr drohen Streiks

Der Baumeisterverband nehme die Probleme der Bauarbeiter nicht ernst und blockiere seit Monaten mögliche Lösungen, so die Unia. «Der respektlose Umgang der Baumeister mit den Bauarbeitern, die tagtäglich harte Arbeit leisten, macht die Bauarbeiter wütend», schreibt die Gewerkschaft in ihrem Communiqué weiter. Deshalb findet eine schweizweite Protestaktion statt.

Gestern Montag standen im Tessin zahlreiche Baustellen still. Heute wird die Arbeit in der Deutschschweiz niedergelegt, am Mittwoch, 11. November, folgen die Protestaktionen in der Romandie. «Die Bauarbeiter wollen Lösungen», so Keller. Wenn jedoch die Baumeister nicht endlich ernsthaft zur Lösung der Probleme beitragen würden, «dann drohen auch im nächsten Jahr wieder Streiks». (tif/adp)

Erstellt: 10.11.2015, 12:21 Uhr

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