Unsichtbares Licht für 6 Millionen Franken

Der Zürcher Hauptbahnhof erhält eine neue Beleuchtung. Viel davon merken sollen die Reisenden nicht.

Die 1200 LED-Leuchten werden halb so viel Strom verbrauchen wie die alten Lampen.

Die 1200 LED-Leuchten werden halb so viel Strom verbrauchen wie die alten Lampen. Bild: zvg

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Alles gleich wie bisher. Mit diesem wenig originellen Ansatz gewann ein Designbüro den zweiten Platz im internationalen Wettbewerb, den die SBB ausgeschrieben haben, um den oberirdischen Teil des Hauptbahnhofs neu zu beleuchten. Die jetzigen Lampen stammen aus den 90er-Jahren und haben ihre Haltedauer überschritten.

Auch das Siegerprojekt «City Lights» der Winterthurer Lichtgestalter Vogtpartner kommt diskret daher. «Man wird nach der Fertigstellung nicht genau sagen können, was sich geändert hat. Aber man wird sich intuitiv wohler fühlen im HB», sagte Gründer Christian Vogt an der gestrigen Medienpräsentation.

Wohnliche Stimmung auf den Perrons

Dass es auffälligere Vorschläge bei der Wettbewerbsjury schwer hatten, liegt auch am historischen Wert des Hauptbahnhofs. Haupt- und Querhalle, sowie die Perronüberdachungen stehen unter Denkmalschutz. Die neue Beleuchtung durfte sich deshalb nicht in den Vordergrund drängen. «Ausserdem muss die Beleuchtung die Nutzung der verschiedenen Orte unterstützen und darf nicht von der Signaletik ablenken», sagte Jurymitglied Giovanni Menghini von der Denkmalpflege der SBB. All dies gelinge dem «harmonischen, bescheidenen» Siegerprojekt am besten.

Auf den Perrons schüfen die schimmernden Lampen eine fast wohnliche Willkommensstimmung, ihre reihenartige Anordnung verdeutliche die Länge der Perronhalle. In der Haupthalle betone das Siegerprojekt die Architektur aus dem Jahr 1871, sagte Menghini. Die grossen Fensterbögen werden himmelblau ausgeleuchtet, an den Wänden werden historische Laternen montiert. Die Helligkeit lässt sich regulieren, was auch den Anlässen im HB zu gute kommt. In der Querhalle werde man gar keine Lampen mehr sehen. Dies vereinfache eine rasche Orientierung.

Das Sieger-Projekt besteht aus insgesamt 1200 LED-Leuchten, wird nur halb so viel Energie verbrauchen wie die bisherigen Lampen und kostet 6,4 Millionen Franken. Mitte nächstes Jahr fangen die Bauarbeiten an, sie dauern rund zwei Jahre.

Erstellt: 10.06.2016, 15:51 Uhr

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