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Erste Zürcher Stadt beschlagnahmt umstrittene O-Bikes

Uster geht gegen die silber-gelben Leihräder aus Fernost vor: Die Stadt hat die Velos von O-Bike auf städtischem Grund konfisziert und macht Druck auf die Verantwortlichen.

In Uster unerwünscht und vom öffentlichen Grund verbannt: Die Velos des Singapurer Unternehmens O-Bike in Zürich.
In Uster unerwünscht und vom öffentlichen Grund verbannt: Die Velos des Singapurer Unternehmens O-Bike in Zürich.
Samuel Schalch
Velos vom neuen Veloverleih 'oBike' stehen am Freitag (7.7.2017) neben dem Unterwerk Selnau in Zürich. Foto: Thomas Egli/Kostenpflichtig
Velos vom neuen Veloverleih 'oBike' stehen am Freitag (7.7.2017) neben dem Unterwerk Selnau in Zürich. Foto: Thomas Egli/Kostenpflichtig
Thomas Egli
Die Fahrräder können per App reserviert, entsperrt und bezahlt werden. Man muss aber 150 Franken hinterlegen.
Die Fahrräder können per App reserviert, entsperrt und bezahlt werden. Man muss aber 150 Franken hinterlegen.
Ennio Leanza, Keystone
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In Zürich und Umgebung hat das Singapurer Unternehmen O-Bike in den vergangenen Wochen mit dem Aufstellen von rund 900 Mieträdern für Aufsehen gesorgt – und bei vielen Stadtzürchen für Verärgerung. So weit wie in London und vielen asiatischen Metropolen, wo man die schweren Eingänger inzwischen einsammelt, will man in Zürich jedoch nicht gehen. Vielmehr toleriert man die Konkurrenz für das kommende Stadtzürcher Veloverleihsystem unter gewissen Auflagen.

Doch nun stoppt die Stadt Uster die weitere Expansion der gelben Fahrräder. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag seien die ersten Velos in Uster aufgetaucht, sagt Sicherheitsvorsteher Jean-François Rossier (SVP) zu Redaktion Tamedia. Es sei «nicht die feine Art», den öffentlichen Grund mit Fahrrädern voll zu stellen, ohne vorher mit den Behörden Kontakt aufzunehmen. Deshalb habe sich die Verwaltung entschieden, die Fahrräder auf öffentlichem Grund einzusammeln.

Rund 20 Stück haben die Ustermer seither vom Bahnhof und von den Trottoirs der Stadt entfernt. Noch einmal so viele Fahrräder befinden sich auf Privatgrund. Dort habe man keine Handhabe, sagt Rossier.

Erst mit O-Bike offen Fragen klären

Die Stadtverwaltung von Uster hat derweil mit O-Bike Kontakt aufgenommen. «Wir wollen in Erfahrung bringen, wie sie sich den Betrieb genau vorstellen. Bevor weitere Fahrräder platziert werden.» Dazu erarbeite man derzeit einen Fragenkatalog, den man mit den Verantwortlichen diskutieren wolle. Es könne nicht sein, dass am Ende die Stadt die Fahrräder des Unternehmens einsammeln und umplatzieren müsse, wie es der Stadtzürcher Tiefbauvorsteher Filippo Leutenegger (FDP) kürzlich angedeutet habe. Bei der Stadt Zürich bleibt man auch nach dem Vorstoss von Uster bei einer toleranten Haltung. «Wir beobachten O-Bike jedoch genau», sagt Mike Sgier, Sprecher des Tiefbaudepartementes.

Die gelben Fahrräder des Singapurer Unternehmens O-Bike können per App geortet und entsperrt werden. Die Fahrkosten werden direkt von der Kreditkarte abgebucht. Abstellen kann man sie jederzeit und überall, sobald man sie nicht mehr braucht. Das Unternehmen bittet seine Kunden, dies nur an geeigneten öffentlichen Veloabstellplätzen zu tun. Falsch abgestellte Velos würde man mit lokalen Teams von Zeit zu Zeit an geeignete Stellen umplatzieren, sagen die Verantwortlichen.

Video: Der schnelle Stadtrat

Filippo Leutenegger führt die neuen Velos des städtischen Veloverleihs vor - allerdings erst als Test.

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