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Verlottern erlaubt

Weil Immobilienbesitzer Bruno Stefanini mitten in Winterthur Gebäude verfallen liess, wollte ihm der Stadtrat die Sanierung aufzwingen. Doch die Bürgerlichen im Kantonsrat verhinderten einen Lotterbuden-Paragrafen.

Notdürftig gesichert: Stefanini-Objekt an der Steinberggasse in Winterthur. (2009)
Notdürftig gesichert: Stefanini-Objekt an der Steinberggasse in Winterthur. (2009)
Wolfgang Streuli

Für Winterthur ist es seit Jahren ein Ärgernis: Häuser mitten in der Stadt verlottern derart, dass Ziegel herunterfielen. Die Liegenschaften gehören Immobilienunternehmer Bruno Stefanini, unter anderem Besitzer des Sulzer-Hochhauses. Da er sich nicht zu einer Sanierung seiner baufälligen Gebäude bewegen liess, wollte ihn der Winterthurer Stadtrat dazu zwingen.

Dafür nötig ist eine Gesetzesänderung. Im Jahr 2009 versuchte es der Stadtrat mit einem Vorschlag zur Ergänzung des kantonalen Planungs- und Baugesetzes. Dieser wurde 2011 zurückgewiesen.

Villa in Elgg verkommt

Danach bekamen die Winterthurer Unterstützung aus Elgg, wo Stefaninis «Katzenvilla» steht – und zerfällt. In einer Einzelinitiative verlangte der Elgger Gemeindepräsident, lange leer stehende Gebäude könnten während 22 Jahren von der Gemeinde übernommen werden. Das lehnte der Kantonsrat ab, wie der «Landbote» schreibt.

Nun wurde auch der jüngste Anlauf für eine Lex Stefanini ausgebremst. Gestern sagten nur 54 statt der erforderlichen 60 Parlamentarier im Kantonsrat Ja zur Initiative von SP-Vertreterin Mattea Meyer aus Winterthur. Sie hatte verlangt, dass Hauseigentümer enteignet werden können, wenn sie ihre Liegenschaften derart vernachlässigen, dass keine bestimmungsgemässe Nutzung mehr möglich ist.

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