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Kilchberger Villa wird verschoben statt abgerissen

Ein Streit zwischen einer Villen-Besitzerin und dem Heimatschutz ist durch eine spektakuläre Idee beigelegt worden.

Die 1837 gebaute Villa Blumenthal in Kilchberg, wie sie sich um circa 1910 präsentierte.
Die 1837 gebaute Villa Blumenthal in Kilchberg, wie sie sich um circa 1910 präsentierte.
PD
Heute wird das denkmalgeschützte Haus durch eine Tankstelle verstellt. Diese und die nebenstehende Garage werden abgebrochen, und die Villa wird mitsamt Keller um 20 Meter Richtung Zürich verschoben, damit ...
Heute wird das denkmalgeschützte Haus durch eine Tankstelle verstellt. Diese und die nebenstehende Garage werden abgebrochen, und die Villa wird mitsamt Keller um 20 Meter Richtung Zürich verschoben, damit ...
PD
Die Gebäude links und rechts der Villa (Mitte) verschwinden, die Villa wandert nach rechts.
Die Gebäude links und rechts der Villa (Mitte) verschwinden, die Villa wandert nach rechts.
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Heute wird die Villa Blumenthal an der Seestrasse 162 in Kilchberg kaum wahrgenommen. Grund ist die Avia-Tankstelle davor, welche den Blick auf sich zieht. Das könnte sich ändern. Denn die Eigentümerin hat Spektakuläres vor: Gemäss einem Bericht der «Zürichsee-Zeitung» (ZSZ) verschiebt sie das mehrgeschossige Haus um 20 Meter in Richtung Zürich. Und die Tankstelle sowie die Garage daneben verschwinden.

Die Villa Blumenthal wird nach Norden verschoben, das heute dort stehende Haus wird abgerissen.

Hintergrund ist ein langer Rechtsstreit zwischen der Eigentümerin, der Osterwalder Immobilien Zürich AG, und dem Zürcher Heimatschutz. Jene wollte die Villa abbrechen und durch ein Mehrfamilienhaus ersetzen. Dieser wehrte sich dagegen, weil das 1837 erbaute Gebäude denkmalgeschützt ist.

Züglete kostet 900'000 Franken

Nach einigen Gerichtsentscheiden wurde ein Kompromiss gefunden, der alle zufriedenstellt. Das Haus neben der Villa Blumenthal wird abgerissen, die Villa wird auf dieses Grundstück verschoben. Und am alten Standort kommt der Neubau mit sieben Wohnungen hin. Die Villa wird nach der Verschiebung saniert, und es entstehen vier Wohnungen. Das Projekt entwickelt haben die Fischer Architekten aus Zürich, zusammen mit der Gemeinde.

Die spektakuläre Aktion soll im nächsten Frühling stattfinden. Zuerst wird das Kellergeschoss der Villa freigelegt. Dann wird es von der Bodenplatte abgetrennt, so dass die geschützten Kellerräume ab einer Höhe von 1,7 Meter ab Bodenplatte mitverschoben werden können, wie es in der ZSZ heisst. Sobald das Haus losgelöst ist, wird es mittels hydraulischer Pressen Millimeter für Millimeter Richtung Zürich verschoben. Das ganze Projekt kostet rund 9 Millionen Franken, die Züglete kostet allein 900'000 Franken. Die neuen Mieter sollen 2021 einziehen können.

Das einstige Direktionsgebäude der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) wurde um 60 Meter verschoben.

Die Aktion in Kilchberg erinnert an die noch spektakulärere Verschiebung des MFO-Gebäudes in Zürich-Oerlikon. 2012 wurde das ehemalige ABB-Haus um 60 Meter verschoben, um einem Bahngleis Platz zu machen.

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