Volksentscheid über Formel-E gefordert

Widerstand gegen das geplante Strassenrennen in der Zürcher Innenstadt: Ein Stimmbürger hat gegen den Entscheid des Stadtrats Beschwerde eingereicht.

Eine Beeinträchtigung der Lebensqualität? Der Schweizer Formel-E-Star Sebastien Buemi während eines Rennens im Jahr  2016.

Eine Beeinträchtigung der Lebensqualität? Der Schweizer Formel-E-Star Sebastien Buemi während eines Rennens im Jahr 2016. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Zürich wird voraussichtlich im kommenden Sommer Austragungsort des ersten Formel-E-Strassenrennens der Schweiz: Am 10. Juni 2018 sollen Formel-E-Boliden ihre Runden durch die Innenstadt drehen. Der Stadtrat bewilligte das Rahmengesuch für ein solches Rennen Anfang Oktober - verbunden mit einer langen Liste von Auflagen.

Nun will ein Stimmbürger diese Pläne durchkreuzen. Er hat beim Bezirksrat eine Stimmrechtsbeschwerde gegen die Durchführung des Rennens eingereicht, wie er heute Freitag mitteilte. Er argumentiert, die städtischen Ausgaben seien höher als zwei Millionen Franken. Deshalb müsse das Volk darüber entscheiden.

Zudem ist er der Ansicht, dass die Durchführung eines solchen Autorennens «durchaus einer Volksabstimmung würdig sei». Der Anlass beeinträchtige schliesslich ein Wochenende lang nicht nur die Lebensqualität, sondern lege auch Tram- und Buslinien lahm, betont das Vorstandsmitglied des Fussgängervereins Zürich.

Veranstalter müssen alles selbst zahlen

Die Bewilligung des Stadtrats ist denn auch an viele Bedingungen geknüpft, welche die Organisatoren einhalten müssen. Klar geregelt ist da etwa, dass der gesamte Aufwand von den Veranstaltern getragen werden muss. Der Stadtrat betonte, das Rennen dürfe die Stadtkasse nicht belasten. Die Veranstalter müssen schriftlich zusichern, dass sie sämtliche Kosten tragen.

Falls es zu Zwischenfällen kommt, etwa durch einen Unfall, haften ebenfalls die Veranstalter. Verlangt werden ausserdem ein Sicherheits- und Verkehrskonzept, ein Reinigungskonzept und vieles mehr.

Wie entscheidet der Kanton?

Noch ausstehend ist die Einwilligung des Kantons. Diese muss vom kantonalen Strassenverkehrsamt erteilt werden. Gemäss FDP-Gemeinderat Roger Tognella, Präsident des involvierten Vereins e-Mobil Zürich, liegt diese mündlich aber bereits vor, wie er Mitte Dezember sagte.

Das Rennen soll beim Hafen Enge starten, dem Mythenquai entlang führen und über eine Runde durchs Quartier wieder zurück zum Hafen. Neben dem eigentlichen Autorennen ist ein Volksfest geplant, an dem über E-Mobilität informiert werden soll.

Verbot seit dem Unglück von Le Mans Das Formel-E-Rennen in Zürich wäre das erste in der Schweiz. Rundstreckenrennen sind in der Schweiz seit dem Unglück im französischen Le Mans im Jahr 1955 verboten. Damals starben wegen der Kollision zweier Rennautos 84 Menschen, davon waren 83 Zuschauer. Seit April 2016 macht die Schweiz aber eine Ausnahme: Rennen mit E-Mobilen sind seither wieder erlaubt. Eigentlich hätte das erste Rennen bereits 2016 in Lugano stattfinden sollen. Das Projekt wurde jedoch abgesagt, weil das Rennen politisch umstritten war und deswegen der wichtigste Sponsor absprang. (hub/sda)

Erstellt: 29.12.2017, 16:06 Uhr

Artikel zum Thema

Plötzlich witterten die Formel-E-Gegner ihre letzte Chance

Linke Gemeinderäte versuchten das Autorennen in letzter Minute doch noch zu stoppen. Aber ihre Verbündeten liessen sie im Stich. Mehr...

Formel E spaltet Zürichs Linke

Das Rennen durch die Limmatstadt offenbart die Kluft zwischen grünen Fundamentalisten und den Pragmatikern in ihren Reihen. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Grosser Sammelspass für die ganze Familie

Perfekt für kalte Wintertage: Bei jedem Einkauf Marken sammeln und gegen exklusive «Disney Winterzauber»-Prämien von Coop eintauschen!

Kommentare

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Warten auf den Papst: Ein Mann schaut aus seinem Papst-Kostüm hervor. Der echte Papst verweilt momentan in Bangkok und die Bevölkerung feiert seine Ankunft. (20. November 2019)
(Bild: Ann Wang) Mehr...