Vorteil Noser

Köppels Rückzug vereint die Bürgerlichen. Marionna Schlatter ist die Kandidatin der Stunde – doch es wird schwierig für sie.

Ruedi Noser startet aus der Pole Position in den zweiten Ständeratswahlgang. Bild: Fabienne Andreoli

Ruedi Noser startet aus der Pole Position in den zweiten Ständeratswahlgang. Bild: Fabienne Andreoli

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Auf dem Papier wäre die Sache eigentlich klar. Im zweiten Ständeratswahlgang vom 17. November geniesst Ruedi Noser die Unterstützung der Bürgerlichen. Er ist der Bisherige, national bekannt, die Wirtschaft steht hinter ihm, das Gewerbe, die Hauseigentümer, der Zürcher Bauernverband. Ein weiterer Punkt: Vor vier Jahren gewann er den zweiten Wahlgang, obwohl rechts von ihm mit Hans-Ueli Vogt noch ein Gegner stand, der Stimmen absaugte.

Nur: vor vier Jahren war nicht Klimawahl. Und nicht Frauenstreik. Und es gab keine Marionna Schlatter als Kandidatin, die junge grüne Parteipräsidentin, die im ersten Umgang 95'142 Wählerinnen und Wähler von sich überzeugte.

Man kann die Ausgangslage in zwei Fragen splitten. Erstens: Wie gross ist die potenzielle Wählerschaft einer Kandidatin, eines Kandidaten? Zweitens: Wie gut lässt sich diese Basis mobilisieren?

Bei der ersten Frage ist Schlatter im Nachteil. Sie hat weniger institutionelle Unterstützung, ihr Support kommt in erster Linie von der SP und den Grünen. Offen ist allerdings, hinter wen sich die Grünliberalen stellen. Stützen sie Schlatter, wächst deren Basis in die Mitte hinein.

Zur zweiten Frage: Der zweite Wahlgang mobilisiert normalerweise weniger stark. In der Stadt Zürich finden am 17. November zwar Abstimmungen statt, aber es ist kein Thema darunter, das die Wählerinnen und Wähler in Scharen an die Urnen locken würde.

Marionna Schlatter hat jedoch einen wichtigen Vorteil: Sie ist die Kandidatin der Stunde, sie hat das Momentum, die politische Themenführerschaft. Bei ihr brennts heisser.

Aber die bürgerlichen Brandschutzmauern sind massiv. Und die SVP hat sie gerade gestärkt.

Erstellt: 24.10.2019, 22:08 Uhr

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