Wahl des Zürcher Bildungsrats mit Misstönen

Die Wahl der Mitglieder des Bildungsrats ist normalerweise eine Formsache. Nicht aber, wenn eine der Kandidatinnen die Ehefrau von SP-Regierungsrat Mario Fehr ist.

Anna Maria Riedi ist neue Bildungsrätin.

Anna Maria Riedi ist neue Bildungsrätin. Bild: Fachhochschule Bern

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Unbestritten war im Kantonsrat heute Montag, dass Anna Maria Riedi bestens qualifiziert ist für die Tätigkeit als Bildungsrätin. Trotzdem waren FDP und AL mit dem Vorschlag der Regierung nicht ganz zufrieden.

Es stehe nirgends, dass Riedi die Ehefrau von SP-Regierungsrat Mario Fehr sei, kritisierte Alexander Jäger (FDP). Seiner Meinung nach wäre es angebracht gewesen, wenn der Regierungsrat diese Verbindung transparent gemacht hätte.

Auch die AL vermisste das Fingerspitzengefühl. «Riedi ist zwar topqualifiziert. Dass sie mit Mario Fehr verheiratet ist, macht das Ganze aber etwas schwierig», sagte Judith Stofer. In der Öffentlichkeit werde dies als Vetterliwirtschaft wahrgenommen.

Steiner: «Frauenfeindlich»

Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP), welche die Kandidierendenauswahl verantwortete, war mit den Vorbehalten von FDP und AL nicht glücklich. «Ich habe gehofft, dass die Wahl von Anna Maria Riedi nicht mehr zu Bemerkungen führt.»

Ihrer Meinung nach sind die Vorbehalte gegenüber Riedi frauenfeindlich. «Es würde schliesslich auch nicht gefragt, was die Ehefrauen der männlichen Kandidaten machen.» Riedi wurde schliesslich ohne Gegenstimme gewählt, genauso wie die anderen Mitglieder des Bildungsrates.

Ex-SP-Politikerin

Riedi politisierte 1995 bis 2007 für die SP im Zürcher Kantonsrat. Die 57-Jährige ist Direktorin des Departements Soziale Arbeit an der Berner Fachhochschule BFH. Der Bildungsrat befasst sich mit der Entwicklung der Volksschule, der Gymnasien und der Berufsschulen. So erlässt er die Lehrpläne und entscheidet zum Beispiel über die Fächer für die Schülerinnen und Schüler.

Das sind die weiteren Mitglieder, die nun für die Amtsdauer von 2019 bis 2023 gewählt worden sind: Sabine Balmer Kunz, Lucien Criblez, Stefan Krebs, Peter Küng, Martin Lampert, Theo Meier, Regula Trüeb. (sda/pu)

Erstellt: 02.09.2019, 13:41 Uhr

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