Warmer Zürichsee, kalter Zürichsee

Eine animierte Karte zeigt, wie sich die Wassertemperaturen mit der Hitze verändern.

Vor und nach der Hitzewelle: So hat sich die Wassertemperatur im Zürichsee in der vergangenen Woche entwickelt. (Video: Tamedia, Quelle: Eawag, EPFL)

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Wer an diesem Wochenende freihatte, den zog es ans Wasser. Badis, Fluss- und Seeufer waren voll mit Menschen, die vor der Hitze flüchteten. Doch nicht überall fanden sie gleich viel Abkühlung. Gerade im Zürichsee unterscheiden sich die Temperaturen derzeit enorm, wie eine neue Karte auf der Website Meteolakes zeigt.

Mit dem Modell kann man sich die Wassertemperaturen für verschiedene Tiefen und im zeitlichen Abstand von drei Stunden anzeigen lassen. Wir haben uns angeschaut, wie hoch sie in der vergangenen Woche waren, in 1 Meter Tiefe – viel weiter nach unten trauen sich die meisten Schwimmer nicht.

In Stadtnähe ist es kühler

Es ist deutlich zu erkennen, dass der Zürichsee aus zwei Teilen besteht, die durch den Seedamm getrennt sind: Obersee und Untersee. Der Obersee ist deutlich kälter als der Untersee, weil er stark vom einströmenden Flusswasser der Linth beeinflusst wird.

Spannend ist auch, dass die Temperaturen nahe der Stadt Zürich tiefer sind als in der Seemitte und am linken Ufer tendenziell höher als am rechten. Am wärmsten ist es meistens bei Richterswil und den beiden Inseln Ufenau und Lützelau direkt hinter dem Seedamm.

Anfang Woche war es überall noch recht kühl. Am Dienstag wurden im Untersee verbreitet 21 Grad gemessen, im Obersee sogar nur 18 Grad. Dann heizte sich das Wasser durch die warmen Aussentemperaturen und die starke Sonneneinstrahlung immer mehr auf. Gestern Nachmittag erreichte der Untersee vielerorts über 24,5 Grad, der Obersee 21 Grad.

So wirkte sich die Hitzewelle aus: Wassertemperatur im Zürichsee am 24. Juni (links) und am 1. Juli (rechts) Vorher/nachher: Ziehen Sie den Slider in der Mitte nach links und rechts, um den Unterschied zu sehen.

Die Karten zeigen nicht nur, wie sich die Wassertemperaturen in den letzten Tagen und Wochen entwickelten, sondern auch, wie erfrischend das Bad im Zürichsee aktuell, in einigen Stunden und den nächsten Tagen sein wird. Momentan ist eine Prognose bis Donnerstagmittag möglich.

Bis dahin werden die Temperaturen sinken, besonders im Obersee. Im restlichen Teil, von Zürich bis zum Seedamm, nehmen sie aber sogar noch einmal zu. 25 Grad werden es heute Abend bei Richterswil sein, fast gleich viel vis-à-vis bei Männedorf. Erst am Mittwoch kühlt sich das Wasser aufgrund von Gewittern und sinkenden Lufttemperaturen überall ein wenig ab.

Wassertemperatur im Zürichsee, 1.–4. Juli

Entwickelt wurde das Modell vom ETH-Wasserforschungsinstitut Eawag und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL). Um die Seewassertemperaturen darzustellen, nutzen die Forschenden aktuelle und prognostizierte Daten von Meteo Schweiz, hydrologische Daten des Bundesamtes für Umwelt und Satellitendaten.

Bisher gab es von vielen Seen nur monatliche Messungen. Das wollten die Verantwortlichen ändern. Neben dem Zürichsee erstellten sie auch Modelle für den Bielersee, den Genfer- und den Greifensee. Letzterer wärmt sich heute auf bis zu 27 Grad auf.

Erstellt: 01.07.2019, 12:12 Uhr

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