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Warten auf die Babyklappe

In Einsiedeln wurde das achte Kind ins Babyfenster gelegt. Auch im Kanton Zürich soll es eine solche Einrichtung geben. Seit eineinhalb Jahren feilt das Spital Zollikerberg an dem Projekt.

Das erste Babyfenster der Schweiz: Im Spital Einsiedeln können Mütter in Not seit 2001 ihre Babys in der Babyklappe abgeben.
Das erste Babyfenster der Schweiz: Im Spital Einsiedeln können Mütter in Not seit 2001 ihre Babys in der Babyklappe abgeben.
Sigi Tischler, Keystone
Hebamme kontrolliert das Babyfenster: Die Mutter eines hier abgegebenen Kindes kann sich bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Ausserschwyz oder der Stiftung Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK) melden, um mit ihrem Baby Kontakt aufzunehmen. Die leiblichen Eltern haben das Recht, bis zum Vollzug einer Adoption das Kind zurückzufordern.
Hebamme kontrolliert das Babyfenster: Die Mutter eines hier abgegebenen Kindes kann sich bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Ausserschwyz oder der Stiftung Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK) melden, um mit ihrem Baby Kontakt aufzunehmen. Die leiblichen Eltern haben das Recht, bis zum Vollzug einer Adoption das Kind zurückzufordern.
Sigi Tischler, Keystone
Funktionskontrolle mit Puppe: Im Klinikum Südstadt in Rostock prüft Medizintechniker Dr. Harald Kehnscherper das Babyfenster.
Funktionskontrolle mit Puppe: Im Klinikum Südstadt in Rostock prüft Medizintechniker Dr. Harald Kehnscherper das Babyfenster.
AP Photo/Frank Hormann
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Am Wochenende wurde ein Neugeborenes im Babyfenster des Spitals Einsiedeln abgegeben. Es ist bereits der achte Säugling, der seit der Einführung des Hilfsangebots für Mütter in Notlagen vor 12 Jahren dort aufgefunden wurde.

Das Babyfenster in Einsiedeln war lange Zeit die einzige Einrichtung dieser Art in der Schweiz. Am 28. Juni 2012 wurde im Spital Davos die zweite sogenannte Babyklappe eröffnet. In beiden Fällen wurden die Projekte gemeinsam mit der Stiftung Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK) umgesetzt, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Angebot schweizweit zu erweitern.

Abklärungen für Zürcher Babyklappe noch nicht abgeschlossen

Auch im Kanton Zürich soll es dereinst eine Babyklappe geben. Genauer im Spital Zollikerberg. Dort wird bereits seit bald zwei Jahren an der Realisierung einer solchen Einrichtung gefeilt. «Die Abklärungen sind noch nicht abgeschlossen», sagt denn auch Spitaldirektorin Orsola Vettori gegenüber Redaktion Tamedia. «Sobald alle Grundlagen vorhanden sind, werden wir uns mit unserer Trägerschaft abstimmen und über den Entscheid pro oder kontra Einführung eines Babyfensters informieren.»

Noch im April des vergangenen Jahres sagte der stellvertretende Spitaldirektor Georges Rieder gegenüber der «NZZ am Sonntag», dass das Babyfenster «demnächst eröffnet» werde. Auf eine solche Prognose will sich Vetori nicht einlassen. Die Frage, wann in dieser Angelegenheit ein Entscheid zu erwarten sei, blieb unbeantwortet. Auch wollte sie keine Angaben darüber machen, weshalb sich der Prozess in die Länge zieht.

58 Prozent wünschen Babyklappe in der Region

Am fehlenden Rückhalt in der Bevölkerung für die Einrichtung von Babyklappen kann es nicht liegen. In einer Isopublic-Umfrage von 2011, die im Auftrag der SHMK durchgeführt wurde, gaben 58 Prozent der gut 1000 Befragten an, sich eine Babyklappe in ihrer Region zu wünschen. 28 Prozent würden es sogar unterstützen, wenn jedes Spital eine solche Einrichtung hätte.

Die Schweiz hinkt mit ihren zwei Babyfenstern den Nachbarländern hinterher. In Deutschland und Österreich existieren bereits mehr als 100 Babyklappen, Italien hat rund 40 «Culle per la Vita».

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