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Warum Sexboxen in Zürich scheitern könnten

Die Kölner Stadtverwaltung ist skeptisch, dass Sexboxen auch in Zürich funktionieren. Das Modell braucht die Zustimmung der Frauen – und diese werden hierzulande von skrupellosen Zuhältern kontrolliert.

«Was für Köln passt, muss nicht unbedingt für andere Städte passen»: Der Leiter des Kölner Amtes für öffentliche Ordnung über die Sexboxen.
«Was für Köln passt, muss nicht unbedingt für andere Städte passen»: Der Leiter des Kölner Amtes für öffentliche Ordnung über die Sexboxen.

Anfang Oktober will Polizeivorsteher Daniel Leupi in Köln die Sexboxen besichtigen, die sich dort als Mittel gegen die Auswüchse der Strassenprostitution bewährt haben. Bereits jetzt äussert sich der Leiter des Kölner Amts für öffentliche Ordnung, Robert Klip, aber skeptisch, dass die Sexboxen in Zürich funktionieren würden. In einem Interview mit der NZZ sagt er: «Damit unser Modell klappt, müssen alle Beteiligten am gleichen Strick ziehen.» Dies ist in Zürich fraglich, da auf dem Zürcher Strassenstrich vorwiegend Romafrauen verkehren, die von Zuhältern kontrolliert werden. «Man muss sehr genau prüfen, ob die bereit sind, ihre Frauen in einem derart betreuten Umfeld arbeiten zu lassen, wie wir das hier in Köln haben», sagt Klip.

Proteste der Anwohner gegen Sexboxen

Die Situation in Köln war anders. «Wir hatten einen ausgeprägten Drogenstrich ohne Zuhälter», sagt Klip. Mit den Prostituierten sei die Verwaltung von Beginn an in Kontakt gestanden. Sie hätten den Schritt begrüsst, da sie in der Innenstadt Gewalt von Freiern schutzlos ausgesetzt waren. «Was für Köln passt, muss nicht unbedingt für andere Städte passen», sagt Klip zur NZZ.

Widerstand gegen die Kölner Anlage kam von den Anwohnern. In einer beliebten Wohngegend unweit der Anlage haben Protestveranstaltungen gegen die Sexboxen stattgefunden. Bereits zuvor war die Verwaltung auf Ablehnung gestossen: «Sobald wir einen möglichen Platz ausfindig gemacht haben, kam postwendend Widerstand aus der Bevölkerung», sagt Klip.

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