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«ZH 1» wird nun doch versteigert

Auktionen mit Autonummern bringen viel Geld. Nach einem Umdenken von Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) werden jetzt wohl auch die tiefsten ZH-Nummern versteigert.

«SG 1» ist bereits versteigert worden – bald kommt auch «ZH 1» an die Reihe.
«SG 1» ist bereits versteigert worden – bald kommt auch «ZH 1» an die Reihe.
Strassenverkehrsamt St. Gallen

Vom Nummernschild «ZH 1» an seinem Wagen hat wohl schon mancher Zürcher Autofan geträumt. Nun könnte dieser Traum wahr werden - falls das nötige Kleingeld vorhanden ist. «ZH 1» und andere tiefstellige ZH-Nummern dürften deutlich mehr als 100 000 Franken kosten. Zum Vergleich: «SG 1» und «TI 10» gingen für 135'000 Franken weg, «VS 1» brachte im letzten März gar 160'100 Franken ein. Die teuerste Zürcher Nummer war die tiefste, die bisher erhältlich war: Für «ZH 1000» blätterte ein Mercedes-Fahrer 1998 131'000 Franken hin.

Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) «prüft» nun, Nummern mit ein- bis dreistelligen Ziffern versteigern zu lassen, wie er gegenüber Redaktion Tamedia sagt. «ZH 1» gehört dazu. Portionenweise soll eine dreistellige Anzahl von Nummern zwischen «ZH 1» und «ZH 999» auf den Markt kommen. Fehr will wegen der Verwechslungsgefahr nur jene Nummern in die Auktion schicken, die kein Schwesternschild wie etwa «ZH 11 U» haben. Die U-Nummern von 1 bis 999 sind Autohändlern vorbehalten.

Millionengewinn winkt

Die tiefen Nummern werden voraussichtlich bereits ab diesem Jahr versteigert. Das könnte in den nächsten Monaten und Jahren einige Millionen in die Staatskasse spülen. Bislang hatte sich der Regierungsrat gegen eine Auktion der tiefen ZH-Nummern gewehrt. Er befürchtete, dass die Einnahmen für Schilder mit vier- und fünfstelligen Nummern einbrechen. Das schrieb er auf eine parlamentarische Anfrage von FDP-Kantonsrat Thomas Vogel im Jahr 2013 - und es galt bis gestern Mittwoch.

Dabei gehörte der Kanton Zürich zu den Auktionspionieren. Ab 1995 wurden tiefe Nummern und Schnapszahlen versteigert, seit 2006 in einer wöchentlichen Onlineauktion. Kurz vor Weihnachten sorgte die Versteigerung der Nummer «ZH 911 000» für Furore, da 911 für einen Kult-Porsche steht. Die Nummer erzielte einen für sechsstellige Ziffern hohen Betrag von 20'100 Franken. Gleichzeitig ging «ZH 8005», Postleitzahl von Zürich-West, für «nur» 17'000 weg. Für den Rekord sorgte 2017 ein Autonarr, der 42'000 Franken für das Kontrollschild «ZH 1280» zahlte. Fehr konnte letztes Jahr 2,6 Millionen an seinen Regierungskollegen, Kassenwart Ernst Stocker (SVP), überweisen. Das entspricht dem jährlichen Durchschnitt - bisher.

«Das Geld liegt auf der Strasse»

Kantonsrat Vogel freut sich über seinen - späten - Erfolg. «Das Geld liegt auf der Strasse», hatte er schon 2013 gesagt und schwärmt nun von einer Win-win-Situation: «Der Staat erzielt mit minimalem Aufwand einen maximalen Erfolg.» Dazu komme, dass diese hohen Beträge auch noch gerne bezahlt würden. Er habe auf seinen damaligen Vorstoss viele positive Reaktionen erhalten. Zahlreiche Autofahrer seien bereit, grosse Beträge zu zahlen, berichtet Vogel. «Der Markt existiert, Millionen liegen brach.»

Zürich folgt nun einem Trend. Kürzlich hat der Kanton Zug beschlossen, seine tiefen Nummern zu versteigern. Im Februar gehts los, für «ZG 1» wird ein sechsstelliger Betrag erwartet.

So viel gäben Zürcher für spezielle Autonummern aus:

«30'000 Franken würde ich schon bezahlen»: Die Umfrage zum Gadget am Auto.

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