Website zeigt alle verfügbaren Leihvelos und E-Trottis an

Der Dienst eines Studenten zeigt die Scooter und Bikes sämtlicher Anbieter in der Stadt Zürich an. Und er erlaubt es, das günstigste Angebot zu finden.

Bisher gilt für E-Trottinett-Fahrer: eine App pro Anbieter. Bild: Marc Dahinden

Bisher gilt für E-Trottinett-Fahrer: eine App pro Anbieter. Bild: Marc Dahinden

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Wer in Zürich ein E-Trottinett oder Velo mieten will, der steht schnell vor der Frage: Welcher der sechs Anbieter entspricht am ehesten dem persönlichen Bedürfnis? Bislang war es nur über Umwege und längere Recherchen möglich, das herauszufinden. Die Veloanbieter haben immerhin ihre Preise online veröffentlicht, den Minutenpreis für einen Scooter findet man hingegen erst, wenn man die App herunterlädt und ein Konto eröffnet. Und ob man als Nutzer auch eine Chance hat, an einem bestimmten Ort ein passendes Fahrzeug zu finden, das war kaum zu eruieren.

Nun schafft die Website shared-mobility.ethz.ch Abhilfe. Entstanden ist sie im Rahmen einer Masterarbeit im Computer Engineering and Networks Laboratory an der ETH Zürich. Student Starkadur Hrobjartsson untersuchte die Nutzung der Trottis und Velos in Zürich und hat dazu monatelang Daten der fünf Anbieter Bird, Circ, Tier, Publibike und Smide gesammelt.

Nur 200 Meter Fussweg statt 700

Hrobjartsson und seinem Betreuer Roland Schmid wurde dabei schnell klar: Die Kunden hätten viel mehr von den Gefährten, wenn sie über eine einzige App Zugriff auf alle Anbieter hätten. Sie könnten nicht nur das jeweils günstigste Angebot auswählen. Auch läge die durchschnittliche Gehdistanz zum nächsten Fahrzeug bei nicht einmal 200 Metern. Heute können es je nach Quartier 700 Meter und mehr sein – im Durchschnitt.

Die Website zeigt alle Trottinette auf einen Blick.

Die Website ist einfach gestaltet. Sie zeigt zwei Karten der Stadt Zürich. Auf der einen ist zu sehen, wo aktuell gerade Scooter und Bikes von welchem Anbieter stehen. Auf der anderen symbolisieren blaue und gelbe Wolken, wo sich zu einer bestimmten Tageszeit mit grosser Wahrscheinlichkeit Fahrzeuge befinden. Grundlage dafür sind seit April gesammelte Daten.

Den Fahrpreis vorausberechnen

Besonders interessant: Der Nutzer kann auf der Karte einen Start- und eine Zielpunkt setzen, eine Tageszeit anwählen und einen oder mehrere Anbieter. Dann berechnet das System die voraussichtliche Reisedauer inklusive Fussmarsch sowie den zu erwartenden Fahrpreis. Und es zeigt an, in welchem Umkreis mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Fahrzeug zu finden ist.

Praktischer als eine Homepage wäre natürlich eine App, auf der die Nutzer gleich ihr Fahrzeug buchen könnten. Die Betreiber selbst haben daran aber kaum Interesse. Die Konkurrenz ist derart hart, dass die Firmen sämtliche Geschäftszahlen geheim halten und nicht einmal öffentlich bekannt geben, wie viele Gefährte sie in Betrieb haben.

Warum nicht eine App für alle?

Immerhin planen die VBZ eine Mobilitäts-App, die neben Fuss-, Velo- und ÖV-Verbindungen auch mindestens ein Taxi-, ein Carsharing- und ein Bikesharing-Unternehmen enthalten soll. Ob auch ein Scooter-Unternehmen mitmachen wird, ist noch unbekannt. Die App soll ab Sommer 2020 den Testbetrieb aufnehmen.

In der Zwischenzeit müssen sich die Scooter- und Bike-Kunden auf der Website schlaumachen. Kleines Manko dort: Scooter-Anbieter Lime fehlt. Als das Projekt startete, war die Firma in Zürich nicht vertreten.

Erstellt: 28.11.2019, 12:25 Uhr

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