Wende im Fall Boppelsen: Verdächtige wieder in U-Haft

Eine 27-jährige Frau soll in den Doppelmord von Boppelsen ZH und Utzigen BE involviert sein. Neue Aussagen belasten sie schwer.

In diesem Stöckli im bernischen Utzigen fand am 28. Juli 2016 eine grosse Polizeiaktion statt.

In diesem Stöckli im bernischen Utzigen fand am 28. Juli 2016 eine grosse Polizeiaktion statt. Bild: Stefan Hohler

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Nun sitzt die Mutter zweier Kleinkinder wieder in Untersuchungshaft. Die Schweizerin war bereits im Juni 2016 verhaftet und in Zürich in Untersuchungshaft gesetzt worden. Im April 2017 wurde sie wieder entlassen. Aus einem heute Freitag veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts geht allerdings hervor, dass die 27-jährige Frau im Januar 2018 wieder im Zusammenhang mit ihrer mutmasslichen Verstrickung im Doppelmord verhaftet wurde. Seither sitzt sie erneut in U-Haft. Das höchste Gericht hat eine Haftentlassung abgewiesen.

Die 27-jährige Schweizerin wird beschuldigt, zusammen mit ihrem gleichaltrigen Ehemann und einem Solothurner Garagisten im Juni 2016 einen Lastwagenbesitzer aus Bülach getötet zu haben. Der Ehemann habe dem Opfer mit einem Klebeband Mund und Nase verbunden und gewartet, bis es erstickte. Der Grund für die brutale Tat: Das Trio wollte den Lastwagen des Opfers stehlen und ihn in Deutschland weiterverkaufen. Der Bülacher Spediteur hatte den Lastwagen für 60'000 Franken auf einer Onlineplattform zum Kauf angeboten.

Und nicht nur das: Bereits im April 2016 soll das Ehepaar aus Utzigen, welches ein Transportunternehmen führte, und der Solothurner Garagist einen 25-jährigen Serben auf die gleiche Art getötet und ihm einen BMW und einen Mercedes gestohlen haben. Auch hier, so das Bundesgericht, habe der Ehemann dem Opfer Nase und Mund zugeklebt und gewartet, bis es erstickte.

Das verhaftete Ehepaar von Utzigen BE.

Die Leiche des Bülacher Lastwagenfahrers wurde in einem Waldstück in Boppelsen im Zürcher Unterland abgelegt. Den ermordeten Serben vergrub das Trio auf dem Grundstück des Ehepaars in Utzigen im Kanton Bern.

Das Bundesgericht begründet im Urteil, warum die Frau weiterhin in Untersuchungshaft bleiben muss. Der Mitbeschuldigte, ein 34-jähriger Solothurner Garagist, habe sein Aussageverhalten geändert. Er habe die Frau schwer belastet, ihr Tatbeitrag sei grösser als anfänglich angenommen. Deshalb bestehe Verdunkelungsgefahr. Die Frau könnte Tatsachen verschleiern und Spuren verwischen. Ihr wird vorgeworfen, bei der Beseitigung der Leiche des Serben geholfen zu haben. Zudem soll sie in einen Versicherungsbetrug involviert gewesen sein und beim Diebstahl des Lastwagens des Bülacher Transportunternehmers geholfen haben.

(Urteil 1B_146/2018 vom 11.4.2018)

Das sagten Anwohner am 9. Juni über das 36-jährige Opfer.

Erstellt: 20.04.2018, 15:14 Uhr

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