Wenn der Horttarif um 123 Prozent steigt

Schlieren passt die Hortkosten massiv nach oben an. Nun regt sich Widerstand.

Teure Rundumbetreuung: Die Tarife für einen Hortplatz in Schlieren werden angepasst.

Teure Rundumbetreuung: Die Tarife für einen Hortplatz in Schlieren werden angepasst. Bild: Keystone

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Ab Februar 2019 will die Schulpflege der Gemeinde Schlieren ein neues Tarifsystem für den Kinderhort einführen. Eltern müssen gemäss der «Limmattaler Zeitung» zwischen 32 und 123 Prozent mehr ausgeben, wenn sie ihre Kinder schulergänzend betreuen lassen. Dezeit bezahlen sie für die Nachmittagsbetreuung je nach Einkommen 14 bis 26 Franken. Neu müssen sie für Kindergärtler 23 bis 58 Franken und für Primarschulkinder 18.50 bis 46 Franken berappen.

Die Eltern der 350 Kinder, die in einem Schlieremer Hort betreut werden sollen, haben beim Bezirksrat Dietikon einen Rekurs eingereicht. «Wir haben selten so viele Rekurse auf einen Beschluss erhalten», sagt Bezirksratsschreiber Stephen Bosshard zur Zeitung.

Nötige Tariferhöhung

Einer der Rekurrenten ist GLP-Gemeinderat Henry Jager. Er selbst müsste für die Betreuung seiner Kinder bald 40 Prozent mehr bezahlen, wie er sagt. «Im Gespräch mit anderen Eltern habe ich erfahren, dass sich für viele die Horttarife um 70 bis 109 Prozent erhöhen.» Jager befürchtet nun, dass dadurch viele wohlhabende und mittelständische Familien wegziehen oder ihre Kinder in Privatschule schicken.

Dass Eltern mit der Tariferhöhung nicht zufrieden sind, versteht Schulpräsidentin Bea Krebs (FDP). Die Anpassung sei jedoch nötig gewesen, da die Kostendeckung allein durch die Teuerungsentwicklung deutlich zu tief gewesen sei. «Aufgrund des Kostendrucks im Finanzhaushalt der Stadt hat die Schulpflege ihre Verantwortung wahrgenommen und die Kostenstruktur der Schule optimiert», sagt Krebs.

Erstellt: 10.12.2018, 09:40 Uhr

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