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Wenn Zürcher plötzlich ehrlich versteuern

Einmal im Leben darf man sich beim Steueramt selber anzeigen, ohne eine Busse zu bezahlen. 1500 Zürcher und 30 Firmen haben das getan – und versteuern jetzt eine Milliarde mehr als zuvor.

Vermögen in Milliardenhöhe nachträglich deklariert: Unversteuertes Bargeld ist eines der beliebten Mittel, um Abgaben an den Staat zu umgehen.
Vermögen in Milliardenhöhe nachträglich deklariert: Unversteuertes Bargeld ist eines der beliebten Mittel, um Abgaben an den Staat zu umgehen.
Keystone

Die hohe Zahl von 1500 Selbstanzeigen beim kantonalen Steueramt entspricht dem Niveau aus dem Rekordjahr 2014, wie die Finanzdirektion in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.

Aus den im letzten Jahr erledigten Fälle flossen dem Kanton Zürich und den Gemeinden total 70 Millionen Franken Nachsteuern zu. Der Bund erhielt 16 Millionen Franken. Ein Dutzend Steuersünder mussten eine Million oder mehr Nachsteuern bezahlen.

Grund für die hohe Zahl an Selbstanzeigen dürfte nach Einschätzung der Finanzdirektion die intensivierte öffentliche Diskussion über nicht deklarierte Gelder im Zusammenhang mit verschiedenen offenen Gesetzesanpassungen sein.

Seit 2010 besteht landesweit die Möglichkeit, einmal im Leben eine straflose Selbstanzeige einzureichen und nicht deklariertes Einkommen und Vermögen zu melden. Dabei müssen die Steuerpflichtigen die Nachsteuer auf maximal zehn Jahre zurück bezahlen, erhalten aber keine Busse.

Vermögen nicht vollständig angegeben

Gemäss Finanzdirektion wurden 2015 Vermögen von 1,04 Milliarden Franken aufgedeckt, Geld das auch in künftigen Steuererklärungen auftauchen wird. Im Vorjahr waren es 1,06 Milliarden.

Aufgerechnet auf maximal zehn Jahre konnte das Steueramt aus den im vergangenen Jahr erledigten 1500 Fällen zusätzliche Einkommen von 184 Millionen und Vermögen von 7,5 Milliarden Franken nachträglich besteuern. Im Jahr zuvor waren es bei 1400 Fällen 203 Millionen aus Einkommen und 7,013 Milliarden Franken aus Vermögen.

Die meisten Selbstanzeigen betrafen wie in den Vorjahren natürliche Personen, die zum Beispiel nicht angegebene Nebenbeschäftigungen, Alimente oder Renten und insbesondere Vermögen sowie Erträge aus nicht deklarierten Wertschriften, Konten, Kunstgegenständen oder Liegenschaften meldeten. 30 erledigte Fälle betrafen Unternehmen.

SDA/ep

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