Wer Lärm macht, muss mehr zahlen

Der Bund genehmigt höhere Lärmgebühren am Flughafen Zürich. Um die Bevölkerung besser zu schützen, müssen Flüge zeitlich anders oder mit leiseren Maschinen geplant werden.

Das könnte teuer werden: Ein Flugzeug macht Lärm am Himmel.

Das könnte teuer werden: Ein Flugzeug macht Lärm am Himmel. Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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Fluggesellschaften, die am Flughafen Zürich starten und landen, müssen ab Mitte September höhere Lärmgebühren abliefern: Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat das neue Lärmgebührenmodell des Flughafens abgesegnet.

Ziel ist es, dass Flüge zeitlich anders oder mit leiseren Maschinen geplant werden, um die Bevölkerung besser vor Lärm zu schützen. Vor allem in den Randstunden am Morgen und am Abend wird es für die Fluggesellschaften - und somit indirekt für die Passagiere - teurer.

3000 Franken Nachtzuschlag

Über die höheren Gebühren sollen die Fluggesellschaften dazu angehalten werden, späte Verbindungen anders zu planen oder gar auf diese zu verzichten. Ziel ist es zudem, dass die Fluggesellschaften leisere Maschinen einsetzen - denn je lauter der Flieger desto höher die Gebühr.

Der Flughafen Zürich liefert in einer Mitteilung vom Freitag ein Preisbeispiel: Der Start einer verspäteten Boeing B777-300ER zwischen 23.00 Uhr und 23.30 Uhr kostete bisher einen zusätzlichen Lärmzuschlag von 800 Franken. Ab Mitte September kostet eine solche Maschine, welche die Anwohner vom Schlafen abhält, 3000 Franken. Dazu kommen noch die ordentlichen Lärmgebühren.

Für die Zeit zwischen 21 und 23 Uhr und zwischen 6 und 7 Uhr gibt es für die Swiss jedoch eine Ausnahmeregelung: Ist ein Flug für das Drehkreuz Zürich besonders relevant, muss die Swiss den Zuschlag nicht bezahlen, respektive erhält diesen im Jahr darauf vom Flughafen zurückerstattet.

Das Bazl ist mit dieser Sonderregelung einverstanden und begründet diese mit ansonsten drohenden Wettbewerbsnachteilen für die Swiss. Keine Entlastung für die Swiss gibt es jedoch in der Nacht zwischen 23 Uhr und 6 Uhr: Startet oder landet eine Maschine in diesen Stunden, muss sie wie alle andern Fluggesellschaften auch den vollen Zuschlag zahlen.

Die Swiss ist unzufrieden

Trotz Sonderregelung: Die Swiss ist mit dem neuen Lärmgebührenmodell nicht zufrieden, denn im Grossen und Ganzen wird es für sie teurer. Sie bedauert deshalb den Entscheid des Bazl, dieses Modell zu genehmigen, wie sie mitteilte. An den Verspätungen würden diese Lärmzuschläge nichts ändern. Stattdessen werde nur die Wettbewerbsfähigkeit der Swiss gefährdet und die Wirtschaftlichkeit der Langstreckenflüge am Abend werde geschmälert.

Die Fluggesellschaft zeigt sich grundsätzlich besorgt darüber, welche Massnahmen die Politik zunehmend beschliesst. Diese stünden im Widerspruch zu den Zielen des Bundesrates in der Luftfahrt.

Nach zwei Jahren wird der Flughafen analysieren, ob das neue Gebührenmodell wirkt oder ob Anpassungen nötig sind. Das neue Lärmgebührenmodell hat eine lange Geschichte. Bereits 2013 segnete das Bazl eine erste Version ab, die jedoch angefochten wurde.

Der Flughafen Zürich legte schliesslich ein Modell vor, das diese deutliche Erhöhung in den Randstunden enthält und auch die volkswirtschaftliche Bedeutung des Drehkreuz-Betriebes berücksichtigt.

Alle Einnahmen aus den Lärmgebühren fliessen in den Airport Zurich Noise Fund (AZNF). Damit werden Kosten gedeckt, die im Zusammenhang mit Fluglärm entstehen, zum Beispiel Schallschutzfenster für Anwohner. (sda)

Erstellt: 07.06.2019, 09:12 Uhr

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