Wie sich die Scheidungsrate der Zürcher verändert

Die Zürcher Ehepaare lassen sich deutlich weniger oft scheiden als vor zehn Jahren. Dennoch: Am «verflixten siebten Jahr» ist etwas dran.

Letztes Jahr gingen weniger als 40 Prozent der Zürcher Ehen in die Brüche. (Symbolbild: Diego Cervo/Fotolia)

Letztes Jahr gingen weniger als 40 Prozent der Zürcher Ehen in die Brüche. (Symbolbild: Diego Cervo/Fotolia)

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Der Bund fürs Leben ist im Kanton Zürich im vergangenen Jahr 3000 Mal aufgelöst worden. Damit bestätigt sich ein Trend, der seit gut zehn Jahren anhält: Die Zahl der Scheidungen ist rückläufig.

Anders in den Jahren nach 1970: Die Scheidungsrate stieg bis etwa im Jahr 2000 massiv an, wie aus einer heute Mittwoch publizierten Studie des Statistischen Amtes des Kantons Zürich hervorgeht.

Die Scheidungsrate sinkt tendenziell (zum Vergrössern bitte Grafik anklicken). Quelle: Statistisches Amt des Kantons Zürich

Geht nun die Entwicklung so weiter wie in den letzten Jahren, werden «nur» noch weniger als 40 Prozent der Zürcher Ehen in die Brüche gehen – nicht mehr jede zweite wie in den Nuller-Jahren. Das ist aber immer noch mehr als im Schweizer Durchschnitt, der bei einem Drittel liegt.

Am häufigsten geht eine Ehe gleich nach Beginn in die Brüche. Das höchste Scheidungsrisiko besteht nach sechs bis sieben Jahren. Am «verflixten siebten Jahr» ist also durchaus etwas dran.

Nach sechs bis sieben Jahren ist das Risiko am grössten (zum Vergrössern bitte Grafik anklicken). Quelle: Statistisches Amt des Kantons Zürich

Grössere finanzielle Unabhängigkeit

Die Scheidungshäufigkeit bei frisch verheirateten Paaren ging in den vergangenen Jahren allerdings etwas zurück. Häufiger beim Anwalt landen heute Paare, die schon über 20 Jahre verheiratet sind.

Gemäss Angaben des Kantons hat dies möglicherweise damit zu tun, dass die finanzielle Unabhängigkeit der Ehepartner grösser ist – und wohl auch der Anspruch an die Beziehung. Im Schnitt sind Frauen bei der Scheidung heute 44 Jahre alt, die Männer 47.

Das Durchschnittsalter bei Scheidungen steigt (zum Vergrössern bitte Grafik anklicken). Quelle: Statistisches Amt des Kantons Zürich

Kinder sind heute seltener von einer Scheidung betroffen als früher. Mitte der 1980er-Jahre waren noch bei 60 Prozent der Scheidungen Kinder betroffen. Heute nur noch bei 45 Prozent. Dies liegt daran, dass viele Paare gar keine Kinder haben oder dann aber mit der Scheidung warten, bis sie ausgeflogen sind.

73 eingetragene Partnerschaften aufgelöst

Auch bei homosexuellen Paaren läuft es nicht immer rosig: Im vergangenen Jahr wurden 73 eingetragene Partnerschaften aufgelöst. Etwa drei Viertel der aufgelösten Partnerschaften betrafen schwule Paare, nur etwa ein Viertel lesbische.

Auch eingetragene Partnerschaften werden hie und da wieder aufgelöst (zum Vergrössern bitte Grafik anklicken). Quelle: Statistisches Amt des Kantons Zürich

Dies heisst aber nicht, dass schwule Paare sich viel häufiger trennen würden als lesbische. Es lassen sich lediglich drei mal so viele männliche Paare eintragen wie weibliche. (sda/pu)

Erstellt: 16.10.2019, 16:19 Uhr

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