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Klares Ja zu neuen Zürcher Wohntürmen

Zwei über 60 Meter hohe Türme an der Limmat sind das Markenzeichen der neusten städtischen Siedlung, die bis 2025 gebaut werden soll.

Die Stimmberechtigten der Stadt Zürich haben heute entschieden, dass sie 203 Millionen Franken für einen grossen Neubau über dem Tramdepot Hard beim Escher-Wyss-Platz ausgeben wollen. Knapp zwei Drittel des Geldes werden in eine vertikale Siedlung mit 193 Wohnungen investiert, der Rest in die Sanierung und Erweiterung des Depots.

Schon die ersten Resultate aus den Stadtkreisen 7 und 8 deuteten auf ein sehr deutliches Ja hin. In diesen bürgerlich geprägten Quartieren am Zürichberg kam das kommunale Bauvorhaben auf fast 70 Prozent Zustimmung. Das ist ein ähnlicher Wert wie bei der Abstimmung über die städtische Siedlung Leutschenbach vor einem knappen Jahr. Etwas tiefer als 2019 ist die Zustimmung diesmal in den direkt betroffenen Stadtkreisen 4 und 5 ausgefallen.

Visualisierung der Wohnsiedlung, Blickwinkel vom gegenüberliegenden Flussufer beim GZ Wipkingen. Bild: PD
Visualisierung der Wohnsiedlung, Blickwinkel vom gegenüberliegenden Flussufer beim GZ Wipkingen. Bild: PD

Das Bauprojekt gibt vor allem wegen der zwei geplanten Türme direkt an der Limmat zu reden. Mit 68 und 65 Metern werden sie zu den höchsten in Zürich gehören, übertroffen aktuell nur von den Hardau-Türmen aus den Siebzigern, den drei neuen Vulcano-Türmen beim Bahnhof Altstetten, dem Zölly-Hochhaus hinter dem Prime Tower und dem schwarzen Turm auf dem Löwenbräu- Areal.

Offen gegen das Vorhaben ausgesprochen haben sich im Vorfeld nur die SVP wegen der dichten Bauweise und die AL wegen des Preisniveaus. Die aufwendige Bauweise über dem Depot hat zur Folge, dass die Mieten im Vergleich mit anderen städtischen Siedlungen relativ teuer werden: Für eine 2½-Zimmer-Wohnung wird mit 1580 Franken gerechnet, für eine 4½-Zimmer-Wohnung mit 2090 Franken.

Stadtrat Daniel Leupi zeigte sich heute Sonntag erfreut, dass die Kritik an diesen Preisen nicht verfangen habe. Es seien keine billigen Wohnungen, die da gebaut werden, aber auch keine Luxuswohnungen. In diesem Preissegment bestehe eine Nachfrage, weshalb es «ein Jammer gewesen wäre», wenn der jüngste Vorschlag wie so viele andere Ideen für diesen Ort davor gescheitert wäre.

Sofern niemand Rechtsmittel gegen das Grossprojekt ergreift, sollen die Wohnungen Ende 2025 bezogen werden können. Dann geht auch das umgebaut Tramdepot in Betrieb, was laut dem zuständigen Stadtrat Michael Baumer (FDP) dringend nötig ist. Das bestehende Depot sei zum Teil in einem Zustand, bei dem man froh sein müsse, «wenn es einem nicht auf den Kopf fällt».

Städtische Wohnbauvorlagen kommen an der Urne seit Jahren problemlos durch. Das schlechteste Resultat in den vergangenen sieben Jahren erzielte mit 66 Prozent Zustimmung die Siedlung Hornbach im Seefeld, die von den Bürgerlichen wegen der privilegierten Lage bekämpft wurde.

Bauoffensive wegen Drittelsziel

Die Bauoffensive der Stadt Zürich wurde durch eine Grundsatzabstimmung im Jahr 2011 ausgelöst. Damals beschlossen die Stimmberechtigten, einen Artikel in die Gemeindeordnung zu schreiben, wonach bis im Jahr 2050 ein Drittel aller Wohnungen in der Stadt gemeinnützig sein soll. Konkret: Genossenschaften oder die Stadt selbst müssen zulegen, weil sie für ihre Wohnungen nur eine sogenannte Kostenmiete verlangen – das ist nicht mehr, als zur Deckung von Kosten und Unterhalt nötig ist.

Bei der letzten offiziellen Erhebung 2016 fehlten bis zum sogenannten Drittelsziel je nach Zählweise bis zu sechseinhalb Prozentpunkte. Weil aber auch gewinnorientierte Bauunternehmer permanent neue neue Wohnungen bauen, ist unklar, in welche Richtung sich die Verhältnisse seither verschoben haben. 2017 etwa war jede zweite von 2600 neuen Wohnungen gemeinnützig, im Vorjahr dagegen nur jede sechste.

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