«Wir hätten mit diesem Tigerpaar gerne Junge gehabt»

Zoodirektor Alex Rübel ist betroffen, dass Tigerin Elena durch einen Biss des Katers gestorben ist. Und er stellt sich die Frage: Hätten wir es verhindern können?

Er kam erst im Winter in den Zoo, inzwischen ist Kater Sayan allein im Tigergehege.
Video: Zoo Zürich

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Tigerin Elena starb im September durch einen Biss des Katers Sayan. Zu diesem Ergebnis kommt nun eine Untersuchung. Was haben Sie gedacht, als Sie die Todesursache erfahren haben?
Erst mit dem Bericht ist klar geworden, dass sie wegen eines Bisses gestorben ist. Als wir sie tot aufgefunden haben, dachten wir an einen anderen Grund, zum Beispiel ihre Gesundheit. Sie hatte im Vorfeld einige Schwächen gezeigt und war auch schon 14 Jahre alt. Kampfspuren haben wir nicht gesehen.

Trotzdem muss es zwischen den Tigern einen Kampf gegeben haben. Haben Sie nichts davon bemerkt?
Nein, niemand von uns hat diesen Kampf beobachtet. Es hat auch nichts darauf hingedeutet.

Könnten die Tierpfleger überhaupt eingreifen, wenn sie sehen, wie zwei Tiger aufeinander losgehen?
Ja, das ist möglich, man muss dazu aber vorbereitet sein. Normalerweise lassen sich die Tiere trennen, wenn wir sie mit einem starken Wasserstrahl aus einem Feuerwehrschlauch anspritzen. Allerdings können auch wie hier ein einziger oder wenige starke Bisse tödlich sein.

Wie war die Stimmung zwischen den beiden Tigern?
Sie haben sich immer besser verstanden. Wir gingen davon aus, dass Tigerin Elena bald rollig wird und sich ihre Beziehung dann festigt.

Die Beziehung zwischen den Tieren war vor ihrem Tod also nicht mehr so angespannt wie am Anfang?
Als der jüngere Kater Sayan im Winter zu uns kam, brauchten die beiden Zeit, um sich anzunähern. Aber es verlief eigentlich recht gut. Sie haben sich schon auch angefaucht oder mit den Tatzen vertrieben. Sie kamen aber eigentlich gut miteinander aus, sonst hätten wir sie getrennt.

Hätte das auch in der Wildnis geschehen können? Oder wären sich die beiden Tiger dort einfach aus dem Weg gegangen?
Auch dort gibt es Kämpfe. Es kann auch dort geschehen, dass ein Tiger einen tödlichen Biss abbekommt.

Kommt es häufig vor, dass Tiere im Zoo durch einen Kampf mit ihren Artgenossen sterben?
Nein, in der Regel verlaufen Kämpfe unter Tieren gleicher Art nicht tödlich.

Was bedeutet der Verlust der Tigerin für den Zoo?
Wir sind betroffen und schockiert und überlegen uns natürlich, ob wir Elenas Tod hätten verhindern können. Aber ich denke nicht, da wir keine Anzeichen für diesen Ausgang hatten. Für den Zoo ist es auch ein Verlust, weil wir gerne Junge gehabt hätten mit diesem Tigerpaar.

Suchen Sie bereits Ersatz für Elena?
Wir hören uns um. Aber es ist ein sehr langer Prozess, bis eine neue Tigerin hier wäre. Erst müssen wir eine finden, sie muss in Quarantäne, dann kommt die Zeit der Eingewöhnung. Das kann ein bis zwei Jahre dauern. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.10.2018, 13:02 Uhr

Zoodirektor

Alex Rübel



Alex Rübel ist seit über 25 Jahren Direktor des Zoo Zürichs. Er ist Herr über 4150 Tiere und fast 600 Mitarbeitarbeiterinnen und Mitarbeiter. (meg)

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