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Wir müssen den Elektrotrend beschleunigen

E-Autos seien nur das kleinere Übel, sagen viele Grüne, besser fürs Klima wäre: gar kein Auto. Sie haben recht und handeln doch falsch.

MeinungMarius Huber
Um den Umstieg auf die klimafreundlichere E-Mobilität zu beschleunigen, muss man sie attraktiver machen, und dazu braucht es Investitionen in die Infrastruktur. Foto: Keystone
Um den Umstieg auf die klimafreundlichere E-Mobilität zu beschleunigen, muss man sie attraktiver machen, und dazu braucht es Investitionen in die Infrastruktur. Foto: Keystone

Erstmals sinkt im Kanton Zürich die Zahl der mit Benzin oder Diesel betriebenen Autos (zum Bericht). Das ist ein ermutigendes Signal aus einer Landes­gegend, die bei den Antriebstechnologien dem allgemeinen Trend ein paar Monate vorauseilt. Das Signal kommt zur richtigen Zeit, weil sich angesichts des schleppenden Fortschritts im Kampf gegen den Klimawandel da und dort Fatalismus breitmacht.

Es zeigt, dass sich eben doch etwas bewegt. Und zwar dann, wenn politische Massnahmen ergriffen werden – wie zum Beispiel Bussen für Auto­importe. Und das heisst auch, dass sich noch mehr bewegen könnte, wenn man zusätzliche Massnahmen ergreifen würde. So banal, so wichtig.

Gefragt sind Ladestationen – nicht an der Tankstelle, sondern vor der Haustür und am Arbeitsplatz.

Beim nächsten Schritt wird es komplizierter. Um den Umstieg auf die klimafreundlichere E-Mobilität zu beschleunigen, muss man sie attraktiver machen, und dazu braucht es vor allem Investitionen in die Infrastruktur. Gefragt sind Ladestationen – nicht an der Tankstelle, sondern vor der Haustür und am Arbeitsplatz, wo Elektroautos ohnehin während Stunden stehen.

Die Politik ist vor allem in jenen Gegenden gefordert, wo ein grosser Teil der Menschen in Mietwohnungen lebt und die notwendigen Installationen nicht selbst an die Hand nehmen kann: in den Städten und Agglomerationen. In der Stadt Zürich zeigt sich aber, woran dies scheitern könnte. Dort wehren sich viele grüne Umweltpolitiker gegen entsprechende Pläne. Für sie ist das Auto niemals Teil der Lösung, sondern es ist das Problem. Egal, was für einen Motor es hat.

Dadurch droht eine positive Entwicklung einem Ideal geopfert zu werden, ohne Rücksicht darauf, dass dies kurzfristig für die CO2-Bilanz negativ ist. In einem Punkt haben die Grünen recht: Die Kapazitäten für den motorisierten Individualverkehr müssen in der Stadt reduziert werden, um den nötigen Platz für ökologischere Mobilitätsformen zu schaffen. Dies schliesst aber nicht aus, den verbleibenden Autofahrern den Umstiegaufs Elektroauto zu erleichtern. Es ist das kleinere Übel, sauberer und leiser. Damit wäre vielen gedient. Und niemand verliert etwas.

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