Wird Heer Schweizer SVP-Präsident?

Der ehemalige Zürcher Parteipräsident Alfred Heer wird nun als Nachfolger von Albert Rösti gehandelt.

Wird er bald die SVP anführen? Der Zürcher Nationalrat Alfred Heer.

Wird er bald die SVP anführen? Der Zürcher Nationalrat Alfred Heer. Bild: Keystone

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Den Versuchsballon liess der neue Zürcher SVP-Präsident Benjamin Fischer diese Woche auf «TeleZüri» steigen. «Unser Nationalrat Alfred Heer wäre der Beste als Schweizer Parteipräsident», sagte er, ohne lange zu überlegen.

Die Hauptfrage allerdings bleibt: Will denn Heer überhaupt Nachfolger von Rösti werden? Auf Anfrage sagte Heer heute Freitag: «Wenn es andere geeignete Kandidaten hat, dann reisse ich mich gar nicht.» Ein Dementi tönt anders.

Fischer will Heer überzeugen

Benjamin Fischer sagt wenige Stunden, bevor es heute Abend an der Albisgüetlitagung losgeht: «Ich versuche Alfred Heer zu überzeugen.» Pikant: Heer war Präsident der Zürcher Findungskommission und hat Fischer überzeugt, das kantonale Präsidium zu übernehmen.

Nun soll die Motivation in die andere Richtung laufen. Die Parteileitung der Zürcher SVP werde die Nomination von Alfred Heer «in den nächsten Tagen» diskutieren und sie dann der nationalen Findungskommission unter Alt-Nationalrat Caspar Baader melden. Solange Heer nicht doch noch zurückkrebst, kann man laut SVP-Insidern von seiner Nomination ausgehen.

Millionär, Bauer oder Polizistensohn?

Als weiterer möglicher Zürcher Kandidat wird auch Banker und Nationalrat Thomas Matter genannt. Gegen ihn hatte allerdings Bundesrat Ueli Maurer einen Giftpfeil abgefeuert: Millionäre seien für dieses Amt nicht alle besonders gut geeignet, sagte Maurer Ende Jahr am Rande einer Medienkonferenz.

Häufig genannt wird zudem der Schwyzer Bauer und Nationalrat Marcel Dettling. Die Zürcher Parteileitung werde auch über eine Kandidatur von Matter diskutieren, sagt Präsident Fischer. Matter selber hat sich noch nicht entschieden. Die Zürcher Nominierung werde Anfang Februar an die Findungskommission gemeldet, so Fischer.

Unabhängig von Blocher

Hätte Alfred Heer überhaupt das Format als Schweizer Parteipräsident? Für ihn spricht, dass er auch sehr gut Französisch und Italienisch spricht. Er entstammt im Gegensatz zu Banker Matter als Polizistensohn einem einfachen Milieu und findet den Kontakt zur Basis bestens. Im Kanton Zürich war er der drittbestgewählte Nationalrat.

Und Heer hat Führungserfahrung: Sieben Jahre lang präsidierte er die Zürcher SVP, zudem ist er Mitglied der Schweizer Delegation im Europarat, 2016 bis 2018 gar deren Präsident. Den Europarat müsste er als SVP-Präsident aber wohl aufgeben. Heer hat zudem einen oftmals recht unkonventionellen Stil: eine Mischung aus Kreis-4-Gassenslang und hochkorrektem Europaratsauftritt. Und als Präsident vom Bund der Steuerzahler ist er wenig präsent.

Was wiederum für Alfred Heer sprechen könnte: Er gilt als ziemlich unabhängig von Christoph Blocher. Er war während seiner Zürcher Präsidentenzeit lange nicht immer auf gerader Herrliberger Linie.

Erstellt: 17.01.2020, 16:37 Uhr

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