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Wird Mark W. verwahrt?

Nicht therapierbar und hoch rückfallgefährdet: Mark W. könnte verwahrt werden. Doch juristisch ist die Sache viel heikler.

Medizinisch betrachtet seien die Voraussetzungen für eine Verwahrung von Mark W. erfüllt, sagte Psychiater Lutz-Peter Hiersemenzel vor Geschworenengericht. Er hat das Gutachten über den 44-Jährigen erstellt. Doch bevor eine Verwahrung zur Diskussion steht, muss Mark W. zuerst wegen schwerer Körperverletzung verurteilt werden. Denn das Strafgesetzbuch erlaubt eine Verwahrung nur bei genau definierten, schweren Delikten.

Es ist unbestritten, dass Mark W. und Barbara N. die Töchter von W. einem harten, unmenschlichen Strafsystem unterwarfen. Damit ist aber der Tatbestand der schweren Körperverletzung noch nicht so erfüllt, wie es das Gesetz verlangt: Eine unmittelbare Lebensgefahr bestand nämlich nicht. Es wurden offenbar auch keine wichtigen Organe verstümmelt oder unbrauchbar gemacht. Staatsanwalt Ulrich Weder kann also nur argumentieren, dass die Taten «eine andere schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursacht» haben. In diesem Fall droht den Angeklagten eine Freiheitsstrafe bis zu fünfzehn Jahren. Gelingt der Nachweis nicht, bliebe noch eine qualifizierte einfache Körperverletzung und eine Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht. Höchststrafe: viereinhalb Jahre.

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