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Zürcher Gymis: Wo am meisten Schüler durchrasseln

Schluss nach der Probezeit, das kommt in einigen Schulen besonders häufig vor. Die Bildungsdirektion nennt Gründe.

Spitzenreiter: Die Kantonsschule Zürich-Nord hält einen Negativrekord – jedes dritte bis fünfte Kind hat hier in der Probezeit keine Chance.
Spitzenreiter: Die Kantonsschule Zürich-Nord hält einen Negativrekord – jedes dritte bis fünfte Kind hat hier in der Probezeit keine Chance.
Beat Marti

Die Kantonsschule Zürich-Nord hat es schon mehrmals geschafft, ein schlechtes Licht auf sich zu werfen. Nun hält sie einen zweifelhaften Rekord: Gemäss heute veröffentlichten Zahlen der kantonalen Bildungsdirektion gab es in den letzten zehn Jahren kein Zürcher Langgymnasium, an dem mehr Schülerinnen und Schüler durch die Probezeit fielen, als in Zürich-Nord. Jedes fünfte Kind schaffte es dort nicht durch die anspruchsvolle Anfangszeit.

Dieselbe Kantonsschule führt auch im aktuellen Schuljahr 2016/17 die Liste der Fallquoten an: Von 215 Kindern, die dort in die sechsjährige Gymizeit gestartet sind, mussten 42 zurück in die Sekundarschule. Das sind knapp 20 Prozent.

Schülerinnen und Schüler, die an der Kanti Zürich-Nord das Kurzgymnasium besuchen wollen, haben es noch schwerer: Von 159 Jugendlichen schafften 53 die Probezeit nicht. Das ist eine Fallquote von satten 33,3 Prozent.

Kinder, die zu Hause kein Deutsch sprechen

Zwischen den einzelnen Gymnasien ist die Fallquote teils so unterschiedlich, dass Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) bei Pädagogikprofessor Urs Moser eine Studie in Auftrag gegeben hatte, die heute Dienstagmorgen den Medien präsentiert wurde. Steiner selbst zeigte sich über die vorliegenden Zahlen sehr betroffen.

Die Studie führt Gründe auf, weshalb die Fallquoten an den Kantonsschulen zum Teil sehr hoch und unterschiedlich sind. In Zürich-Nord stammen die Schülerinnen und Schüler häufiger aus bildungsfernen Familien – das bedeutet, dass ihnen zu Hause niemand mit den Hausaufgaben helfen kann und sie dort auch nicht Deutsch sprechen. Sie hätten deshalb gemäss Studie weniger Chancen, die Probezeit zu schaffen.

Steiner fordert nun von den einzelnen Kantonsschulen, dass sie Massnahmen treffen, um die Situation zu verbessern. In der Kanti Zürich-Nord hat es bereits erste Schritte gegeben: Die Schule setzt vermehrt auf Aufgabenhilfen, da Kinder zu Hause zum Teil nicht das ideale Lernumfeld haben. Und es wird ein Coaching eingeführt: Ältere Gymischüler werden Probezeitkindern zur Seite gestellt. Sie zeigen diesen, wo und wie sie gut lernen können. Das Ziel des Kantons ist klar: Es dürfen künftig nicht mehr so viele Kinder durch die Probezeit fallen.

Umstrittenes Fusionsprojekt

Die Kantonsschule Zürich-Nord (KZN) ist mit rund 2000 Schülerinnen und Schülern nicht nur die grösste Mittelschule im Kanton, sondern auch die jüngste. Im Schuljahr 2012/13 wurde sie unter Getöse gegründet – als Fusionsprojekt, das gegen grossen Widerstand aus der Lehrerschaft entstanden ist.

Für einige geht der Weg jeweils wieder nach unten: Blick ins Gymi Enge.
Für einige geht der Weg jeweils wieder nach unten: Blick ins Gymi Enge.

Auf der einen Seite war da die traditionsreiche Kantonsschule Oerlikon, auf der anderen die Kantonsschule im Birch, die knapp zehn Jahre zuvor aus dem Zürcher Seefeld – auch gegen enormen Widerstand der Lehrerschaft – nach Zürich-Nord verpflanzt worden war. Die Kanti Oerlikon und die Kanti im Birch waren zehn Jahre auf dem gleichen Schulareal zu Hause und nutzten teilweise die gleichen Schulräume, waren aber organisatorisch getrennt und hatten zwei Rektorate.

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