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Wohnen in Abfall- und Recycling-Material

Im Forschungsgebäude Nest in Dübendorf leben ab heute zwei Studenten. Vor dem Regen schützt sie rezykliertes Kupfer, vor der Kälte Pilz-Myzel, und die Teppichböden sind geleast.

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Ein Gebäude der besonderen Art: Das neue Nest-Wohnmodul ist vollständig aus kompostierbarem Material konstruiert. (Video: Tamedia/Empa)

Das Experimentalgebäude Nest von Empa und Eawag in Dübendorf ist um ein Modul reicher: Die Unit «Urban Mining & Recycling» wurde vollständig aus wiederverwertbaren oder kompostierbaren Materialien konstruiert.

Am Donnerstag haben die beiden Forschungsanstalten den Gebäudeteil feierlich eröffnet, wie sie mitteilen. Er soll künftig zwei Studierenden als Wohnung dienen und den Wandel der Bauindustrie in Richtung Kreislaufwirtschaft befördern.

Die Baubranche mache sich in Zeiten von knapper werdenden Ressourcen vermehrt Gedanken, wie Materialien mehrfach genutzt werden könnten. Die neue Nest-Unit setze diese Ideen konsequent um. Das Material des Wohnmoduls kann nach dessen Rückbau dereinst «vollständig und sortenrein wieder- oder weiterverwendet, rezykliert oder kompostiert werden», heisst es in der Mitteilung.

«Die verwendeten Materialien werden nicht verbraucht und dann entsorgt, sie sind vielmehr für eine bestimmte Zeit aus ihrem Kreislauf entnommen und werden später wieder in diesen zurückgeführt», erklärt Dirk E. Hebel das Konzept. Der Leiter des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat die Idee für das Recycling-Haus zusammen mit Felix Heisel vom KIT und Werner Sobek von der Universität Stuttgart entwickelt.

Holz und rezyklierte Kupferplatten

Verbaut wurden am Wohnmodul etwa neuartige Dämmplatten aus Pilz-Myzelium, wiederverwertete Isolationsmaterialien und geleaste Teppichböden. Das Tragwerk und grosse Teile der Fassade bestehen aus unbehandeltem Holz. «Sämtliche Verbindungen können einfach rückgängig gemacht werden, weil die Materialien beispielsweise nicht verklebt, sondern gesteckt, verschränkt oder verschraubt sind», so Heisel.

Zusätzlich zum Holz besteht die Einfassung der Fassade aus wiederverwendeten Kupferplatten. Diese hatten zuvor das Dach eines Hotels in Österreich gedeckt. Das Modul wurde im Werk vorfabriziert und innerhalb eines Tages ins Nest-Forschungsgebäude in Dübendorf eingebaut. In die Dreizimmerwohnung werden zwei Studierende einziehen, die regelmässig über ihre Alltagserfahrungen berichten werden.

Im 2016 eingeweihten Nest-Haus werden neue Bau- und Energietechnologien erforscht. Es besteht aus einem zentralen Rückgrat und drei offenen Plattformen, die reingeschoben, umgebaut und wieder herausgenommen werden können. Im Nest (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) arbeiten nationale und internationale Forschungsteams mit Architekten und Firmen aus der Baubranche zusammen.

(SDA)

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