Wolf in Horgen gesichtet

Das Raubtier wurde in der Zürichsee-Gemeinde fotografiert, und zwar keineswegs im ländlichen Teil. «Respekt» sei angezeigt, heisst es.

Das ist der Horgner Wolf. Unklar ist, ob er noch in der Nähe ist.

Das ist der Horgner Wolf. Unklar ist, ob er noch in der Nähe ist. Bild: PD

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Eine Privatperson hat vor zwei Tagen in Horgen ein hundeähnliches Tier gesichtet und fotografiert: Es war ein Wolf, wie Fachleute bei der Überprüfung des Bildes inzwischen zweifelsfrei festgestellt haben.

Die Person hatte sich in ihrem Haus in einem Weiler auf dem Gemeindegebiet von Horgen aufgehalten, als sie das Tier erblickt hatte. Die Baudirektion will den genaueren Standort nicht nennen. Gemäss «Zürichsee-Zeitung» handelt es sich um die Rietwies unweit des Europasitzes des grossen US-Chemieunternehmens Dow. Das ist der Ostzipfel Horgens, wo es zum Beispiel auch einen Reitstall gibt, und liegt bemerkenswerterweise nicht weit vom See und unterhalb der Autobahn, welche eine «natürliche» Grenze für Tiere bildet und vom Zimmerberg her nur per Strassenunterführung erreichbar ist.

Hier ist das Rietwiesquartier in Horgen, nordwestlich liegt der Europasitz des US-Chemieriesen Dow.

Wo sich der Wolf nun aufhält, ist nicht bekannt, wie die Baudirektion am Mittwoch mitteilte.

Respekt und Distanz

Für Menschen, grosse Nutztiere und Haustiere bestehe keine Gefahr, heisst es. «Respekt ist aber angezeigt.» Bei der Begegnung mit einem Wolf sollte man unbedingt Distanz wahren und sich zurückziehen. Hunde sollten an die Leine genommen werden.

Die zuständige kantonale Fischerei- und Jagdverwaltung hat nach der Sichtung umgehend die zuständige Jagdgesellschaft, die Nutztierhalter in der Region sowie die weiteren direktinvolvierten Kreise informiert, wie dies der «Handlungsleitfaden Wolf des Kantons Zürich» vorsieht.

Keine Spuren des Wolfes

Rissspuren sind bislang keine entdeckt worden. Auch DNA-Spuren konnten keine gesichert werden. Alleine aufgrund der Fotoaufnahme liessen sich Geschlecht, Herkunft und Alter des Wolfes nicht eruieren.

Die Fischerei- und Jagdverwaltung versucht nun, weitere Informationen über das Tier und dessen Aufenthaltsort zu beschaffen. «Umherziehende Wölfe können grosse Distanzen überwinden – es ist nicht auszuschliessen, dass der Wolf sich mittlerweile nicht mehr im Kanton Zürich befindet.»

So verhält man sich richtig

Bei der Sichtung handelt es sich um die vierte bestätigte Wolfspräsenz im Kanton Zürich seit 2014. Zuvor galt der Wolf im Kanton während über 100 Jahren als ausgestorben. Der Kanton fördert die Wiederansiedlung nicht aktiv, akzeptiert ihn aber als Teil der heimischen Wildfauna.

Für die Bevölkerung, grosse Nutztiere und Haustiere bestehe laut Behörden keine Gefahr. Der Wolf ist ein scheues Tier, das dem Menschen ausweicht. Bei Begegnung mit einem Wolf sollte man aber unbedingt Distanz wahren und sich zurückziehen. Hunde müssen an die Leine genommen werden. (pu/sep/sda)

Erstellt: 16.05.2018, 09:51 Uhr

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