Zahl der Velounfälle in Zürich hat sich verdoppelt

Schlechte Nachrichten für Zürichs Velofahrer: Die Zahl der Verunfallten steigt seit sieben Jahren stetig an. Die Stadt reagiert.

Am Freitagmorgen, 20. April, wurde ein Velofahrer von einem Tram in Zürich-Altstetten erfasst. Bild: Leserreporter / 20 Minuten

Am Freitagmorgen, 20. April, wurde ein Velofahrer von einem Tram in Zürich-Altstetten erfasst. Bild: Leserreporter / 20 Minuten

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Im vergangenen Jahr verunfallten in der Stadt Zürich 1449 Personen im Strassenverkehr. Das ist der höchste Wert seit 2003. Der Anstieg ist fast ausschliesslich auf Velounfälle zurückzuführen, denn im Jahr 2018 verunglückten 541 Velofahrerinnen und Velofahrer auf Zürichs Strassen. Das sind 143 mehr im Vergleich zum Fünfjahresschnitt und 73 mehr als im Vorjahr, wie die Stadt heute Donnerstag in einer Mitteilung mitteilt.

Dies entspricht einem langjährigen Trend. Im Vergleich zum Jahr 2011 mit 264 Verunfallten hat sich die Anzahl Verunfallter mehr als verdoppelt. «Die Velounfälle und ihre Folgen sind in der Stadt ein ungelöstes Problem», heisst es in der Mitteilung. Bei Unfällen mit E-Bikes erfolgte zudem eine weitere Zunahme der Verunfallten auf 89 Personen (plus 24 zum Vorjahr).

Stadt ist besorgt

Diese stetige Zunahme hat drei Gründe. Erstens nimmt der Veloverkehr zu, zweitens entspricht die Infrastruktur nicht der Vielzahl Velofahrer, und drittens mangelt es an Fahrzeugbeherrschung seitens der Velofahrer und anderer Verkehrsteilnehmer.

«Dieser besorgniserregenden Entwicklung tritt der Stadtrat mit dem Strategieschwerpunkt ‹sicher Velo fahren› entgegen. Es werden grosse und kleine, kurz- und langfristige Massnahmen zur Erhöhung der Velosicherheit forciert», schreibt die Stadt. Die identifizierten Velounfallherde würden genau untersucht und bestmöglich saniert.

Eine positive Entwicklung zeigen die Zahlen auf den Fussgängerstreifen. Dort verunfallten im vergangenen Jahr 104 Personen, das sind 13 weniger als im Vorjahr.

Trotz hoher Unfallzahl registrierte die Stadt bei den Schwerverletzten eine Abnahme auf 217 Personen (minus 24 zum Vorjahr) – das gilt auch beim Veloverkehr, 90 Personen im Jahr 2018, das sind 20 weniger als im Vorjahr. Bei den Leichtverletzten hingegen weist die Verkehrsunfallstatistik 2018 eine Zunahme aus (plus 49 zum Vorjahr; plus 111 zum Fünfjahresschnitt). Im letzten Jahr starben in Zürich zehn Personen bei Verkehrsunfällen.

«Massive Zunahme» bei E-Bike-Unfällen

Im ganzen Kantonsgebiet ereigneten sich 16'502 Unfälle, 626 Personen verletzten sich dabei schwer, 33 verloren ihr Leben. Erstmals seit drei Jahren sind damit wieder mehr Personen im Zürcher Strassennetz schwer verletzt oder getötet worden, teilt die Kantonspolizei Zürich mit: «Bei rund 80 Prozent aller Schwerverletzten und Getöteten handelt es sich um Fussgänger sowie Zweiradlenkende.»

Ein besonderes Augenmerk legt die Kantonspolizei auf die E-Bike-Unfälle. Sie spricht von einer «massiven Zunahme». Insgesamt ereigneten sich 1353 Velo- oder E-Bike-Unfälle im Kanton. Der Anstieg sei auch mit dem warmen und trockenen Sommer 2018 zu erklären, heisst es in der Mitteilung. (sip)

Erstellt: 14.03.2019, 09:37 Uhr

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